codexhumano

Archive for April 2009|Monthly archive page

zum anhören.

In Multimedia on 29. April 2009 at 19:07

Wieder gibt es Gesprächsbeiträge.

Inländerfeindlichkeit:

http://www.kenfm.de/podcast/kenfm_2009_kw16_Inlaenderfeindlichkeit.mp3

gegen Nazis:

http://www.kenfm.de/podcast/kenfm_2009_kw08_afFRONT.mp3

Abwrackprämie für Bischöfe:

http://www.kenfm.de/podcast/kenfm_2009_kw06_Bischof.mp3

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So einfach kann es sein!

In Aktuell on 22. April 2009 at 15:37

Von der Startseite meines Internetbrowsers schimmert mir das Logo des weltweit größten Suchmaschinenanbieters in charming grün und blau entgegen. Tag der Erde. Heute. Und unweigerlich komme ich in Versuchung, mir zu überlegen, was denn ein Tag der Erde überhaupt bringen soll. Ist es wie beim Kindertag? Nein, heute bin ich mal lieb zu meinem Sprössling und geb ihm nur auf die linke Wange eine richtige Watschen – ist ja schließlich Kindertag!? Ich stell mir vor, wie an irgendeinem Seitenarm eines größeren Flusses in China die armen Gehilfen geldgieriger Geschäftemacher auf ihrem giftigen, leck-geschlagenen Fässern sitzen. Heute verunreinige ich das kühle Nass nicht, mag einer zu sich sagen. Und die Menschen werden es ihnen danken und erst einen Tag später an einer möglicherweise durch das Gift verursachten Krankheit erliegen. Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass wenn das Abladen von Abfällen am Fluss nicht generell verboten wird, sich nichts ändern wird? Lediglich 5 Tage würden dank der jährlichen Tage der Erde herausspringen. Wir brauchen die richtigen und durchgreifenden Gesetze! BÄMM! Ab 2020 darf es keine Autos mit Treibstoffantrieb aus nicht-regenerativen Quellen mehr geben. Aber nein. Heute machen wir uns mal was bewusst zum Thema Erde und morgen holen wir uns die Abwrackprämie. Da verwundert es nicht, dass sich einige in Galgenhumor flüchten.

Ein anderes Beispiel. Wie jeden Morgen zappe ich zum Kaffee am Morgen durch die Programme. Hätte man nicht so ein dickes Fell und so viel Humor wie ich, dann würde man über kurz oder lang an den Gestalten und Themen hinter der Glasscheibe stimmungsmäßig zu Grunde gehen. Jedenfalls erbarmte sich der großartige Sender Pro7, für den heutigen Tag „grünes“ Programm zu senden. Sagt der Sender, der mit dem Ausstrahlen des Raab-Events und den darin vorkommenden sinnlosen Spielchen, unnötigerweise Strom verballert. Muss ja bis ins letzte alles ausgeleuchtet werden. Und wofür? Ja, das liebe Geld. Business is business. Jedenfalls wurde jeder Werbeblock mit dem besonderen Verweis auf das neue Modell des Samsung LED TV begonnen, der so unglaublich grüne Werte aufweist. Die grünen Werte bestehen darin, dass er mit vielleicht 130 Watt Energieaufnahme beim Betrieb lediglich 50% der üblichen Menge Leistung aufnimmt wie vergleichbar große Geräte von Konkurrenten. Löblich. Das dies immer noch gut ungefähr 80 Watt über der Leistung leigt, die ein kleiner feiner popliger 40cm Fernseher verbraucht ist dabei nicht soooo wichtig. Letztlich ist das für solche Ungetüme ein hervorragender Wert. Und Fernsehen soll ja auch grandios sein. Viele Farben, gestochen scharf und mit 1a-Sound. Wen wunderts eigentlich noch?

(C.M.)

Video Überwachung auf Demos

In kurz erwähnt on 20. April 2009 at 10:41

Habe folgende Photos vor zwei Wochen gemacht:
BerlinDemonstration

Das ist rechtswidrig und vor allem interessant ist die Art und Weise, wie der Kamermann geschützt wird. Im Gegenschuss die Demonstration: ganz normale Menschen, keine gewaltbereitschaft, keinerlei Anzeichen dafür.

Auszug aus der Pressemittelung des Bunderverfassungsgerichts zum Eilantrag gegen das bayrische Versammlungsgesetz vom 27.02.2009:

Eine solche anlasslose Datenbevorratung, die allein an die 
Wahrnehmung der Versammlungsfreiheit und damit an das Gebrauchmachen von 
einem für die demokratische Meinungsbildung elementaren Grundrecht 
anknüpft, führt zu durchgreifenden Nachteilen. Durch einschränkende 
Maßgaben hat der Senat diese Nachteile bis zur Entscheidung in der 
Hauptsache begrenzt. Danach sind Übersichtsaufzeichnungen nur zulässig, 
wenn tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, dass von der 
Versammlung erhebliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder 
Ordnung ausgehen und auch die anschließende Nutzung und Speicherung 
anlassbezogen begrenzt bleibt.

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg09-017.html

Hier ein paar Links dazu:

http://www.n24.de/news/newsitem_4860530.html

http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/kriminelle-kameras/

http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/bundesverfassungsgericht-richter-in-karlsruhe-setzen-bayerisches-versammlungsgesetz-ausser-kraft_aid_375420.html

Bei der nächsten Demo einfach mal die Polizisten ansprechen, haben wir gemacht.

Die wissen, dass sie das nicht dürfen und hören tatsächlich einfach auf.

Viele Grüße

Kreuzburg

Kreuzburg Audiostream 16/09

In Kreuzburg, Multimedia on 19. April 2009 at 18:00

(KW 16 2009) – Titel:  Stau

Download Audio File:

2009-04-19-Kreuzburg-Stau.mp3

Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Stau-

So klang es durch die Republik in den 70ger und 80ger Jahren. Bayern3, der Verkehrsfunk, Superstau, jeden Sommer, als sich Tausende von Berliner auf den Weg machten mit Kind und Kegel und Kombi gleichzeitig über den Brenner nach Italien. Schön an den Garda See. Urlaub machen. Alle zusammen.

Das begann in Berlin im extra dafür geschaffenen Stauraum in Dreilinden mit dem ritualisierten: „Und wo jehts bei euch hin?“ „Na wohin wohl? Raus wa!“ und führte direkt auf den Groß Glockner, begleitet von jener schicksalshaften Melodei von Bayern3 mit dem ursprünglichen Titel: „Solang der alte Peter“. Diese Melodie irgendwo in Deutschland in den Raum gepfiffen verursacht noch heute gefährliches Blitzen in den Augen vieler Familienväter, voll Angst, Schrecken und lustvollem Verlangen nach dem Ausnahmezustand. Der Stau als kollektives Erlebnis. Bedrohung und Abenteuer zu gleich. Überlebenskampf der Neuzeit. Die Via Dolorosa des kleinen Mannes. Kreuzigung und Wiederauferstehung an einem Tag, auf der Autobahn. Was ist Koslowski?

„Ich muss aufs Klo, mir is warm, müssen wir hier im Stau stehen, ich hab Hunger, wie lange noch und wann kommt die nächste Ausfahrt?“

Ja, wo steht er eigentlich der Peter? Na im Stau.

In Deutschland gibt es laut statistischem Bundesamt rund 230 000 km Straßen des überörtlichen Verkehrs. Bei 49 Millionen Kraftfahrzeugen macht das etwa 4,7 Meter Strasse pro Auto. Eine S-Klasse ist 5 Meter 20 lang. Wenn also alle losfahren, ist die Strasse voll. Stau.

„Ich fahre aber einen Golf2“

Das ist auch nur eine Statistik, Koslowski, kein Gesetz. Mitdenken. In Deutschland kostet 1 km Autobahn ca 5 mio Euro. Was sagst du dazu, biste baff wa?

Ja.

Apropos Verkehr. Geschlechtsverkehr. In Deutschland wir aktuell eine Frau durch die Presse gejagt, die Geschlechtsverkehr hatte, ungeschützt. Jetzt sitzt sie im Gefängnis, die Zeitung mit vier Buchstaben schlachtet das aus. Alle finden es richtig. Die Frau hat eine Tochter und ein Mann hat sie angezeigt. Sex und Erwachsene Menschen, gehören immer noch zwei dazu. Kann Mann demnächst auch Frau wegen einer Schwangerschaft anzeigen? HIV ist tödlich und man kann sich anstecken. Unwissen schützt nicht, Kondome ja, das weiß Mann.

Um Staus zu verhindern, werden seit diesem Jahr alle Ortungsdaten unserer Handys ausgewertet, also wo wir uns wann befinden und wie schnell wir uns bewegen. Das ganze nennt sich Floating Cellular Data und passiert zusammen mit den 5000 Induktionsschleifen in der Fahrbahn und den 300 Kontrollkameras der Maut Betreiber Firma Toll Collect natürlich nur annonym, weil in der Chausseestrasse in Berlin gerade für 720 Millionen Euro die neue Zentrale des BND gebaut wird, streng geheim.

Verkehrsfunk im Radio wird traditionell mit dem Hinz Triller eröffnet. Damit weiß die Sendestation, dass Verkehrsnachrichten folgen, sendet ein TA, ein Traffic Announcement, und dann schaltet das Radio die Kassette ab und macht lauter. Das machen wir jetzt auch:

Hier nun eine politische Verkehrsmeldung der Kreuzburg.

In Deutschland kommt es vermehrt zu Übergriffen von Neonazis auf alle anderen Menschen. Wenn du Nazi bist und das hier hörst, schalte sofort Dein Radio ab und denk über Dein Leben nach.

Für alle anderen gilt: Freie Fahrt für Freie Bürger. Weiter machen mit Demokratie, Kopf benutzen, Leben genießen und keine Angst vor Nazis haben. Aber Angst sollte man ja so oder so vor nichts und niemandem haben.

Ende der Durchsage.

Die Kreuzburg –  jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – http://www.kenfm.de

Essentielle Fragen

In 5 Fragen, Gesellschaft, kurz erwähnt, Spiritualität on 16. April 2009 at 01:54

Das Leben ist das Wertvollste, was wir haben. Ja, das eigene Leben, das ein und ausatmen. Wie wenig ist mir das manchmal bewusst. Ja, wie oft vergesse ich das täglich? All diese Selbstverständlichkeiten um uns herum, alltägliche Kleinigkeiten, das alles ist einfach da! Einfach da…und viele von uns haben vergessen, was es überhaupt wert ist, fließendes Wasser zu haben. Essen. Wärme.

Unsere Gesellschaft hat es geschafft uns diese existentiellen Bedürfnisse zu gewährleisten. Wir haben das gemeinsam geschafft. Allzu oft vergessen wir den Preis, den es dafür zu zahlen gillt. Es geht hier um das Bewusstsein, um das Wissen. Wir leben den Göttern gleich und wie wir aus Legenden wissen, gibt es der Götter nur wenige, verglichen mit der Anzahl der Menschen.

Zivilisationen stehen sich gegenüber und saugen sich gegenseitig aus. Die Stärkere die Schwächere, jeder isst das Fleisch des anderen. Wovon ernährst du dich? Wer arbeitet außer dir noch für deinen Wohlstand? Woher kommt diese Selbstverständlichkeit des Nehmens? Die Missachtung des Wunders genannt Leben durch stumpfes treten im Trott. Ich sollte mich schämen, für jede Sekunde, die ich mein Leben nicht bewusst lebe, das Leben nicht genieße und respektiere.

Götter können Wunder vollbringen. Wann können wir endlich das größte Wunder vollbringen, indem wir aufhören uns selbst zu zerstören und damit uns gegenseitig und unsere Umwelt? Wie oft müssen wir sterben bevor wir endlich erwachen?

A.V.

Kreuzburg Audiostream 15/09

In Kreuzburg, Multimedia on 12. April 2009 at 18:00

(KW 15 2009) – Titel:  Ostern

Download Audio File:

2009-04-12-Kreuzburg-Ostern.mp3

Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Ostern-

Ein Mann wird ans Kreuz geschlagen, steht wieder auf und 2000 Jahre später feiern wir Ostern. Wir sammeln Eier und jagen Hasen. Das macht Spaß. Warum weiß kein Mensch. Wie so oft heutzutage, weiß keiner, machen alle. Entdecke die Möglichkeiten. Wann kommt die Abwrackprämie für Senioren? Am Alexanderplatz kann man immer noch Lebkuchenherzen kaufen.

Kuchen. Eigentlich war der Oster Hase einst ein Lamm. Aber weil Gebäck in Lamm-Form aussieht wie ein Hase, Hühner in der Fastenzeit trotzdem Eier legen und man den protestantischen Kindern nicht sagen wollte, dass der Hase eigentlich ein katholisches Lamm ist und der Überschuss an Eiern Ergebnis der „Wir sind Papst“ Fraktion, blieb eben nur Meister Lampe als Eierbote, um den Augsburger Religionsfrieden zu waren. Das Motto damals lautete cuius regio, eius religio, was übersetzt ungefähr bedeutet „Wessen Hase, dessen Ei“. Also ein Hase, der viele bunte Eier bringt. Menschen sind sehr einfallsreich, wenn es darum geht, die Geschichte zu verändern. Der Weihnachtsmann war ja früher auch kein Brause Bengel und schmunzeln kann der Osterhase erst seit 20 Jahren. Aber Lila und Goldfarben war es schon immer und hatte eine Glocke um den Hals. Das Osterhäschen.

Ostern schließt die Himmelsrichtung mit ein, denn Osten, die Morgenröte, beschreibt den Zeitpunkt ab dem der Mann, nachdem später Latschen benannt wurden, noch einmal die Runde machte. Im Osten geht die Sonne auf und wenn es hell wird, kommt der Balken Jupp. Im Englischen wird es deutlicher: Happy Eastern, Eastern Germany. Im Deutschen haben wir zum Glück das lange O. Ansonsten würde es nämlich heißen, fröhlicher Osten. Das geht ja nicht.

Wie dem auch sei, Osten – Verzeihung – Ostern ist Tradition in Deutschland und Traditionen halten die Gesellschaft zusammen, wie eben der Fisch seine Schafe. Deswegen Hase, Lamm und Wolf. Also sammeln wir gemeinsam jedes Jahr aufs neue Eier. Es wäre nur schön, wenn ab und zu jemand diese Eier auch behalten würde, um sie dann an anderer Stelle zu haben.

Habt ihr Angst davor, sie zu haben, die Eier?

Angst sollte man doch so oder so vor nichts und niemandem haben.

Die Kreuzburg – jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – http://www.kenfm.de

Subvokal

In Uncategorized on 8. April 2009 at 22:55
Das Lesen unter der Lupe

Mein Gesichtssinn erkennt das Wort, mein Bewusstsein jedoch greift nach ihm. Einerseits mit Aktivität, mit der Sprache, andererseits mit dem Gehör (auch wenn die Töne nur imaginiert sind) als zusätzlichem Sinn. Dieser letzte Punkt nun, ist der eigentliche der Bewusstwerdung, indem ich den Text höre, verstehe ich ihn.

Vergleiche wir einmal diesen Vorgang mit Musik. Ich möchte die folgende Analogie vorschlagen. Zuerst liest man die Note, dann spielt man sie und abschließend wird sie gehört. In diesem Augenblick des Klangs erfährt man sie im Bewusstsein. Ein eindeutig langsamer Prozess bis zum endgültigen Eindruck, möchte man urteilen.

Ein geübter Musiker wäre sicherlich in der Lage den Zwischenschritt des Spielens außen vor zu lassen, wodurch die Geschwindigkeit sich sicherlich um ein Drittel erhöhen würde, wenn nicht sogar mehr. Der Prozess der Zuordnung von Notenbild und Taste oder Seite, oder dem jeweiligen Instrument entsprechend, erscheint komplexer, als die beiden sinnlichen Begriffe des Noten Sehens und endlich Hörens. Ich denke, dass der Schritt ein Wort zu sehen und dann über den Lautapparat aus zu weisen ähnlich abläuft. Dagegen spricht auch nicht, dass der Unterschied zwischen der motorischen und sprachlichen Umsetzung, des Gelesenen, ein wesentlicher ist.

Weitet man den Versuch jedoch aus, bis hin zum Akkord, gewinnt das Gedankenspiel an Spannung. Man sieht sich plötzlich vor die Frage gestellt, ob die Annahme noch zulässig ist, dass man, analog zum Einzelton, wie oben, auch hier jede Note einzeln spielt, damit sie abschließend als Gesamtklang im Bewusstsein entsteht?

Ich bin mir über einen Vergleich zur Lesetechnik momentan nicht im Klaren, der parallel zum Akkord stehen kann, oder doch?

Nehmen wir einmal an, der Gesamtklang der Akkordnoten entspräche – im Bild gesprochen, dem Inhalt eines Satzes, ober Abschnittes, vielleicht besser ausgedrückt, die Idee, die in ihm steckt oder der entsprechende Gedanke.

Nun gilt es zu fragen, wie ich mich ihr als Leser näher. Taste ich mich mit Hilfe vermittelnder Sinne an die Idee heran, oder vermag ich es, sie, gleich dem Akkord, in ihrer Gesamtheit zu erfassen?

Es ist natürlich klar, dass sich Musik und Literatur unterscheiden und so, wie einige Fachmänner ein Orchester wegen seines Klangs und nicht nur der gespielten Stücke wegen schätzen, wird der Literat

Wortjonglagen, Lautmalerein und dergleichen nicht missen wollen. Was wären Gedichte und Texte voller Mehrdeutigkeit, ohne die langsame, ruhige Auseinandersetzung mit ihnen?

Doch das ist ja auch gar nicht der Untersuchungsgegenstand. Das eben Genannte sind ja Ausnahmeerscheinungen und nicht die Textregel. Mir bleiben Zweifel daran, ob eine langsame, auf der Zunge zähgehende Lektüre das Höchste der Lesekunst darstellt. Das Gemächliche eröffnet zwar jedem Wort eine Vielzahl von assoziativen Fortführungen, was der Denkgeschwindigkeit geschuldet ist, ob es sich dabei jedoch um die Beschäftigung mit dem Text oder eher mit der, dem Leser eigenen Psyche handelt, bleibt zu hinterfragen.

Meiner eigenen Langsamleseerfahrung nach empfinde ich diese Assoziationsketten als ein störendes Abschweifen und stehe nicht selten, mit einem Tagtraum am Ende einer Seite, nur, um sie gleich noch einmal zu lesen.

Vielleicht kennt der ein oder andere den beschriebenen Zustand des Lesetagtraums selber.

Aus der Überlegung heraus, dass die höhere, optische Lesegeschwindigkeit dem Abschweifen ähnlich ist, nur um die Besonderheit ergänzt, dem Verstand regelmäßige Signale zu geben und ihn so an der Textidee zu binden, möchte ich zu einem Bild übergehen, das meine Vorstellung illustriert.

Sitzt man also an einem Text wie in einem Taxi und versucht nun dem Fahrer den Weg, den man ja noch gar nicht kennt, vorzugeben, oder anders, sich an jeder Biegung absichert, wodurch man die Fahrt unnötig in die Länge zieht, geht der Sinn des Chauffeurs verloren.

Hat man die Fahrt jedoch schon einige Male mit hoher Geschwindigkeit gemacht, bemerkt man bei jedem weiteren Male neue Einzelheiten am Wegrand.

Ich denke das ist es, worauf die Reihe der Ratschläge aus Schnelllesebüchern abzielt. Die Texte sollen überflogen werden, wodurch die Augenmuskulatur trainiert und man auf das Filtern von Signalwörtern abgerichtet wird.

Das Subvokalisieren bleibt aber auch dabei erhalten.

Ein Freund, ein natürlicher Schnellleser, antwortete mir auf die Frage, wie er denn lesen würde, dass er eigentlich nie subvokalisiere . Seine Beschreibung war folgende: Er schaut sich die Seite an (er liest sie also) und wartet ((!) [Anm.: Seine Zeichensetzung]), was die Worte für ein Verständnis ergeben. Er vertraue sich dabei selbst.

Er lässt sich wohl auf den Fahrer ein.

Meine eigenen Lesebeobachtungen haben mir den Eindruck unterschiedlicher Muskelanspannung zwischen Auge, Gehirn und Nacken hinterlassen.

Da sich solche Selbstbeobachtungen naturgemäß schwer erklären lassen und gleichermaßen schlecht übertragbar sind, soll darüber hinweg gesehen werden, falls das folgende abwegig klingt.

Auf das Experiment haben mich die zahlreichen Kommentare von Schnelllesern gebracht, in denen diese meinten, sie würden den Text aufsaugen oder sogar verschlingen. Das waren also Beschreibungen, die ich mit meiner Lesetechnik ganz und gar nicht nachvollziehen konnte. Ich machte mich also an den Versuch, eine Empfindung beim Lesen zu erzeugen, die dem Erwähnten entspricht. Das Ergebnis ist der genannte Unterschied in der Muskelspannung. Wenn ich es genau ausdrücken will, würde ich Muskelvektor sagen. Lese ich langsam und subvokalisiere, das jedoch mit vollem Textverständnis (die Geschwindigkeit beträgt in etwa 250 WpM), liegt die Spannung mehr auf den Augen. Sie ist vom Gehirn weg gerichtet, so als würde mein Bewusstsein versuchen, mittels der Augen, in den Text einzugreifen.

Gehe ich den Text mit höchster Geschwindigkeit durch, gänzlich ohne Souffleuse, bisher aber auch ohne jegliches Verständnis und versuche dabei, so viel aus dem Text zu schlucken wie mir möglich, kommt das Gefühl einem Trichter gleich, der sich von den Augen zum Genick verjüngt.

Im Moment habe ich den Eindruck, dass vieles unter meinem Gehirn vorbei fließen würde.

Soweit zu meiner körperlichen Lesewahrnehmung.

Ich tüftle gerade an einem weiteren Selbstversuch zur Wahrnehmung und werde meine Ergebnisse bei Gelegenheit an gleicher Stelle zur Diskussion stellen.

M.J.H.N.

Wertschmelz Bratengang 3

In Uncategorized on 7. April 2009 at 17:11

Der Hampelmann bunt angetan,

zur Feier des Gefichtes,

erweckt soeb’n M.J.H.N.

zum Auftritt vorm Gerichte.

Wie rüttelt er, wie schüttelt er,

wie ringt er um euch Ohren.

Doch J.H.N., die träumen schwer

und spüren nicht die Wogen.

Nun reicht es ihm, befürchtet er

ein Ende ohne Grauen,

ob dieser trägen Innenwehr,

auf die die Schläfer bauen.

Ihm knirscht der Zahn,

ihm kochts im Blut

und alles schreit

und beinah scheint‘,

aus ihm heraus da bricht die Wut,

mit strafenden Gebärden!

Sat N·a·a·a·a·a·a·m

Sat N·a·a·a·a·a·a·m

Sat N·a·a·a·a·a·a·m

Doch wie ihm so der Schaum aufsteigt,

er sieht ihn ja schon kommen,

besinnt er sich und atmet frei

Verstandes Gottes Wonnen.

M.J.H.N.: Guten Morgen Hampelmann. Was schlägst Du hier so wild Alarm? Ganz so, als wolltest Du die Toten zum letzten Ritt anspornen, mit Deinem Singesang. Lass uns doch das Scheitern häufen. Was soll’s schon? Ich nenn‘ es menschlich und damit gut.

Hampelmann: Alter Schelm! Warum trag‘ ich sie denn die Narrenhaube? Ich suchte sie mir nicht vom Hutständer herunter! Man zog sie mir gewalttätig auf, um mich von euch zu unterscheiden. Und weshalb? Was habe ich getan? Ich war Glasbläser und Spiegelschmied. Meister des Handwerks. Leider zu makellos. In meiner Tat saht ihr euch wieder, in meinen Spiegeln leider nicht. Und so gewann ich es, das Kling- und Klapperding und trag‘ es wohl schon lange. Hört ihr mein Glockenspiel im Wind, zieht ihr die Münder breit. Gewarnt, dass alles was jetzt kommen mag, des Narrens Werke sind. Zum Lachen ohne Ernst und Sinn. Nun dank ich euch, ein jedes Mal, wenn ich am Wecken bin.

M.J.H.N.: Genug der hohlen Worte. Verstehe das wer wolle.

Hampelmann: Wie schön, dass eure Herrlichkeit, endlich zur Tat zu schreiten gedenkt. Waffenrock an, Feder am Hut, den Kavalier gewaschen. Ja, so stell‘ ich mir euch Weltenretter vor.
Auf! Mir rostet noch das Schwert in der Scheide an. Da muss doch Bewegung rein!

Gesagt getan. Ein neuer Aufzug zur Eichenlichtung. Aufstellung genommen. Ein letzter tiefer Atem, saubere Waldluft. Naturreif schmückt Unkraut. Mücken frühstücken und werden von M.J.H.N. unbeachtet, einhändig klatschend, erledigt.

Kreuzburg Audiostream 14/09

In Kreuzburg, Multimedia on 5. April 2009 at 18:00

(KW 14 2009) – Titel:  Rock and Roll

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2009-04-05-Kreuzburg-RockNRoll.mp3

Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Rock and Roll-

Rock and Roll ist nicht Musik, ist auch Musik, ist nur Musik, ist unterwegs sein. Rock and Roll ist die Stimme der Vernunft, die feststellt, dass das nicht alles sein kann. Es ist der Wille, sich dem Leben zu stellen, dem Leben ins Gesicht zu schauen und wenn es sein muss, ihm ins Gesicht zu spucken. Wir sind alle gleich, weil wir Menschen sind. Aber ich mag dich, weil du nicht so bist wie ich. Weil du anders bist. Weil du dich unterscheidest. Weil du nicht gleich sein willst, wie all die anderen. Weil du lange Haare hast.

Aufbegehren ist Aufwachsen, ist Meinung, ist Pop. Verändern ist Überzeugung und das ist Rock and Roll. Einen Stein in die Hand zu nehmen ist eine Laune, ihn zu werfen, eine Lebensentscheidung. Ich bewundere mich, ich bin der größte Mensch der Welt und ich stelle mich selbst in Frage, wie es nie zuvor ein Mensch getan hat. Ich schäme mich und ich mache weiter, weil ich mich dafür entscheide, jeden Tag aufs neue.

Ich kämpfe. Ich bin Mensch und kein Schaaf.

Rock and Roll ist Leben mit hoher Drehzahl im roten Bereich, denn die Zeit ist knapp. Wer lebt, der muss sterben und wer laut lebt, stirbt schneller. Deswegen bedeutet Rock and Roll, wenig zu schlafen und alles zu erfahren. Leben in Lichtgeschwindigkeit. Deswegen ist Rock and Roll Vollkontakt mit dem Leben, ist das Wahrnehmen von Vergänglichkeit und im Scheine der Vergänglichkeit wird alles andere unwichtig und austauschbar. Dann ist man außerhalb und erst von Außen kann man das Absurde des Alltäglichen erkennen. Darum gibt es Drogen, unkontrollierte Beziehungen unter den Menschen, Unvernunft und Übermut. Erst im Außen kann der Mensch sich und seinen Körper aus dem Strudel der Zeit befreien, um zu verstehen, dass Leben bedeutet, sich selbst und niemandem sonst zu beweisen, dass man es verdient hat, hier zu sein. Erst im Außen kann man erkennen, dass Rock and Roll bedeutet, Fehler zu machen. Die alles entscheidende Frage lautet: War es das wert?

Die Antwort ist Rock and Roll.

Wer den Kopf hin hält, der wird ihn verlieren, früher oder später. Rock and Roll bedeutet, es trotzdem zu tun, gerade deswegen. Rock and Roll heißt, keine Angst vor dem Leben und keine Angst vor dem Sterben zu haben. Aber Angst sollte man ja so oder so vor nichts und niemandem haben.

Die Kreuzburg – jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – http://www.kenfm.de

Suchbild

In Aktuell, Gesellschaft, kurz erwähnt on 1. April 2009 at 16:09

Frage:

Was ist den beiden Bildern gemeinsam?

Antwort:

Auf beiden fehlen die Sicherheitskräfte?

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Ein kleiner Scherz zum Fest. April, April.

Verdammte Finanzkrise, verdammte Wirtschaft, verdammte Bänker, Egomanen, Spielertypen. Verantwortungslose Spekulan- ten.

Also wenn ich könnte, dann würde ich aber richtig die Sau raus lassen und den Laden mal so Richtig kurz und klein machen. Ob das Sinn hat? Ja es hat Sinn, sich, von Zeit zu Zeit, vom cholerischen Samenstau zu erleichtern! Der Druck muss doch irgendwie raus, oder was. Sollen wir uns denn, beschissen wie wir schon sind, auch noch Gallensteine züchten, bis zu Koliken? Nein, da ist es doch um einiges angenehmer, wenn ein paar böse Steine-, Stinkbomben- und Farbbeutelwerfer, aus dem mysteriösen, gewaltbereiten „Schwarzen Block“ heraus, stellvertretend für UNS ALLE, medial nett aufbereitet, ein paar Scheiben einschmeißen und DIEBE (als ob das was Neues wäre) an die Lobbyfassade schmieren. Damit haben wir, DAS VOLK  (jedoch in Ermangelung der arbeitenden Mitmenschen nur der frisch pubertäre  Anteil, um ein paar ewig  Kindische ergänzt)  gezeigt, wozu wir bereit und fähig sind. Die Strippenzieher unserer kleinen Weltverschwörung sollten lieber auf uns hören, sonst gibts richtig Randale, das haben die jetzt davon.

Da die Nachrichten natürlich zufällig und die Sicherheitskräfte  ebenso natürlich(?), aus irgendwelchen Gründen,  nicht zur Stelle waren, weiß jetzt jeder von uns, dass der Bankenlobby einer ausgewischt worden ist. Toll. Jetzt haben wir den Druck abgelassen und wenden uns beruhigt wieder dem Einerlei zu.

Hier noch ein kleiner Artikel. Woher schon?  Genau, aus der Zeit: »Du dumme Sau!«

Stellt sich nur noch die Frage, was man mit den „Großstadtterroristen“ nun anfangen soll? Strafmündig sind sie ja noch nicht.

M.J.H.N.