codexhumano

Das 1. Mai Phänomen

In Uncategorized on 2. Mai 2009 at 03:49

Ich versteh es nicht, bitte hilf mir jemand, dieses 1.Mai Polizei-Demonstranten Katz und Maus Spiel zu verstehen.

Jedes Jahr pilgern 1000e Menschen nach Berlin. Auch unser Freund und Helfer in millitärischer Rüstung, die Polizei, um uns vor uns selbst zu schützen, mit Schlagstöcken, Helm und Schild. In alter Rittertradition also, oder Schlag den Mai… Aber dies ist ein anderes Thema.  Viel wichtiger ist der Punkt, dass unsere gepanzerten Beschützer in Grün von unserem selbsternannten, von uns gewählten Regierungsapperat eingesetzt werden und hier Unmengen von Steuergeldern ausgegeben werden. Sicherlich Arbeitsplätze werden hiermit viele geschaffen, jedenfalls könnten diese, unsere Steuergelder und diese Arbeitskraft und Fähigkeiten unserer grünen Leibgarde, welche dem Volk zur Verfügung gestellt wird, denn sie steht im Dienste des Volkes,  durchaus auch sinnvoller eingesetzt werden. Wie und wofür? Dazu können hier an dieser Stelle als Kommentar gerne Vorschläge gebracht werden.

Der 1. Mai, ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte mal schlechtes Wetter war am 1. Mai. Sonne, blauer Himmel, die Straßen sind voll mit Menschen aller Art und Alters. Es ist ein Volkstag. In den Straßen wird gegrillt,  getanzt, gefeiert. Man trifft sich, redet, redet auch lauter und schreit letztendlich in Chören heraus, was man denkt. Heute darf man das ja, dazu ist  doch der 1. Mai da! Kritik üben, auch mal laut werden. Aber wozu nur braucht man dafür dieses Polizeiaufgebot? Dafür dass ein paar Leute laut ihre Meinung kund tun. Die provozieren ja auch, die mit ihrer Uniform, mit ihrer Rüstung! ,  da wird man ja auch agressiv…Und die Anderen, die zweite Gruppe, warum machen die jedes Mal so einen Stress, schwarzer Block, verbirgt sich hinter stylischen Sonnenbrillen und schwarzen Masken,  längst schon eine Mode und  sucht Schutz und Legitimation für das Tun in platten, politischen Parolen, veraltet und ohne Konzept. Wogegen wird überhaupt bei diesem albernen Maitanz protestiert? Kritik, die an jedem anderen Tag geäußert werden sollte und nicht nur einmal im Jahr obligatorisch.

Was ich aber auch nicht verstehe, und hier sehe ich viel eher den Lösungsansatz: warum macht die dritte Gruppe nichts? Warum schaut ihr nur zu und schweigt, wenn die Stimmung sich aufheizt, wenn dein Nachbar plötzlich ne Flasche schmeißt oder nen Pflasterstein in die Hand nimmt, oder auf einmal mit schwarzer Maske neben dir steht? Warum warten wir, dass uns die grünen Männchen beschützen, was sie ja sowieso nicht tun. Warum lassen wir zu, dass diese Gewalt entsteht in unserem Kiez! Warum lassen wir jedes Jahr von neuem zu, dass dieser schöne Volkstagauf die gleiche Weise endet? An jedem anderen Tag im Jahr würde das nicht gehen.Warum gibt es keine bunte Eingreiftruppe, die sich zwischen Polizei und den schwarzen Block stellt? Oder direkt in der U1/15 schon ansprechen „und heute wieder Bock auf Schlägerei? Nur als Idee, einfach gerne mal offensiv verbal den Kampf suchen…

Deutschland ich frage mich, wann wirst du endlich volljährig, kommst endlich aus deiner bequemen Opferecke heraus und machst den Mund auf, wenn dir etwas nicht passt. und änderst es aber auch und wartest nicht auf Papi, damit er dir die Schuhe zubindet.

(A.V.)

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  1. Ich denke, diese Thematik ist zu kompliziert, als das mit einem Appell an das Volk alles erzählt wäre. Unterschiedlichste Ansichten kommen am diesem Tag zusammen und entladen sich in Steinwürfen und Anzünden von Barrikaden. Klimatechnisch bedenklich die brennenden Autos. Aber alles für die Sache.
    Eigentlich bin ich auch dafür, das Gespräch zu suchen. Oder friedliche Zeichen zu setzen. Aber ich kann jeden verstehen, dem es zu heikel ist, sich gleich zwischen zwei Fronten zu begeben. Und da lasse ich den großen Teil außen vor, der Ignoranz lebt und Entrüstung heuchelt.
    Das polizeitaktische Vorgehen ist mit Sicherheit verbesserungswürdig. Und man kann gleichermaßen über die Formen der Sicherung des Volkswohls durch die uniformierten Beamten diskutieren. Jedoch muss ich sagen, dass zwei ganz wesentliche Aspekte beachtet werden müssen. Erstens ist es immer schwierig Prävention zu bewerten. Dinge auszumachen, die nicht passiert sind. Wenn jedoch auch nur eine Person davor geschützt wurde, in der Dämmerung irgendwo in der Stadt einen Stein an den Kopf zu bekommen, dann bin ich für jede Form die das gewährleistet. Niemand hat verdient Opfer von Gewalt zu werden. Ob unschuldig oder gar Zahnrad im System. Gewalt hat nirgends etwas zu suchen. Zweitens gehört es meiner Meinung nach auch zu einem grundlegenden Demokratieverständnis, das auf Basis von Toleranz auch Besitz anderer toleriert wird und öffentliches Gut oder PKWs nicht demoliert werden. Wenn wir etwas gegen den Staat oder die soziale Ungerechtigkeiten unternehmen wollen, dann friedlich. Und wenn uns niemand zuhört, dann machen wir weiter. Arbeiten an unserer Kommunikation und machen Werbung für die Sache. Lösungsorientiert und nicht Effektorientiert.
    Die eigentlich Frage lautete, warum an diesem Tag die Öffentlichkeit aus der Ferne und am TV die Szenen verfolgt anstatt Gesicht zu zeigen und sich auch vor Ort zu positionieren? Etwas pauschal gesagt, 9 von 10 Krawallern haben abweichende Motive. Da gehts um Bullenklatschen, Krawalltourismus, Action für Teens, revolutionäre Ansätze zur Überwindung des Kapitalismus (zur Not auch mit Gewalt) etc. etc. etc.
    Da frage ich mich, wie dem begegnet werden soll? Ich weiß es ja auch nicht, doch denke ich, dass ein Auftreten von 1000 Demonstranten zwischen den Fronten mehr provokativ aufgenommen wird, als ein Zeichen für Frieden und demokratische Auseinandersetzungen. Alá „Wer nicht für uns ist – ist gegen uns“ Ich denke, wenn wir uns den Kiez zurückholen, dann geht es woanders weiter. An Raum mangelt es nicht. Ich mein, nachdem meine Bemerkung an zwei Jugendliche, dass ihre betrunken gelallten rechten Parolen daneben sind und sie sich ausschlafen sollen, entgingen meine weibliche Begleitung und ich nur knapp einem von hinten geführten Überfall der beiden mit Stahlruten. Nur dank eines Zufalls erahnte ich unter meiner Kapuze etwas und wir konnten uns in Sicherheit bringen. Seitdem wäge ich genau ab, wann und zu wem ich etwas sage. Und andere mögen andere Gründe haben, sich zurückzuhalten. Natürlich bin ich traurig, dass es jedes Jahr auf ein Neues erforderlich ist, gepanzerte Fahrzeuge in den Straßen zu sehen. Heerscharen gepolsterter Polizisten, die auf ihren Einsatz warten. Gruppen zum bewaffneten Kampf gegen irgendwas aufrufen. Jede Position verfügt über nachvollziehbare Gedankengänge. So lange jedoch keine Basis zur friedlichen Kommunikation entsteht, entsteht auch keine Chance auf einen gänzlich harmonischen 1. Mai.

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