codexhumano

Mercutio

In kurz erwähnt on 29. Mai 2009 at 22:11

Romeo charakterisiert Mercutio als jemanden, der sich gerne reden hört. Mercutio spräche in einer Minute mehr als er in einem Monat verantworten könne.

Heute frage ich mich, warum es keinen Ausbildungsberuf „Politiker“ gibt? Anders formuliert: Wenn das ganze Land hochqualifizierte Arbeitnehmer will – warum darf dann theoretisch jeder Politiker werden? Natürlich nur, wenn er sich in den Reigen des netzwerkens in einer Partei eingliedert und sich den hierarchischen Mechanismen dieses Spektrums unterwirft! Ist es nicht sinnvoller, von Grund auf ein Berufsbild des Politikers zu etablieren? Unabhängig der Tatsache, dass wohl keine staatliche Institution Politiker braucht, die in Legislatur-Perioden denken und sich selbst am nächsten sind. Uns klingt bei dem Gedanken an Politiker oft das unsägliche Zitat eines ihresgleichen im Ohr:

Es sei unfair, Parteien nach der Wahl an dem zu messen, was sie vor der Wahl versprochen hätten!

Wie bitte? Dem vorzubeugen könnten wir doch eine Ausbildung – mindestens aber einen Intensiv-Workshop – für angehende Politiker zur Pflicht machen. Viele von den jetzigen Volksvertretern haben ihre politische Arbeit von der Pike auf gelernt. Und es wäre bestimmt übertrieben, alle über einen Kamm zu scheren. Berliner Parkettkriege im Reichstag sind bestimmt eine andere Liga als kommunalpolitische Realpolitik. Dennoch existiert Politik-Verdrossenheit unter der deutschen Bevölkerung, und das liegt neben unglücklicher Außendarstellung gleichermaßen daran, dass es womöglich an Qualität mangelt. Zu beheben entweder mit einem grandiosen PR-Berater, der es versteht, die Massen zu mobilisieren. Diese PR-Berater leisten bei vielen Politikern gute Arbeit. Bei anderen beißen sie sich die Zähne aus. Oder wie sind Äußerungen zu erklären, die da lauten:

„Ein uncharmanter Kollege meinte, Sie hätten mit Müllsäcken besser ausgesehen“ http://www.bbv-net.de/public/bildershowinline/aktuelles/politik/deutschland/21738?skip=7&refback=/|homeneu

Und daher plädiere ich für die unabhängige Qualifikation der Politiker. Anwendung finden sollten die Ausprägung und Verinnerlichung der von Weber postulierten Eigenschaften: „Man kann sagen, dass drei Qualitäten vornehmlich entscheidend sind für den Politiker: Leidenschaft – Verantwortungsgefühl – Augenmaß. http://www.textlog.de/2283.html

Und die rigorose Vermeidung einer anderen Eigenschaft, die gegenwärtig – vielleicht schon seit Attika – fälschlicherweise oft die Oberhand gewinnt. Eitelkeit. Niemand braucht sie in der Politik. Und nach der Qualifikation, dem Einimpfen von Leidenschaft – Verantwortungsgefühl – Augenmaß kommt ein einfaches Instrument hinzu: die Qualitätsprüfung. Ganz simple Überprüfung jeglicher Politiker. Man werfe mir vor, dies würde die Bürokratie ins Unermessliche erhöhen. Dies würde eine effektive Arbeit der Parlamentarier behindern. Ein bisschen womöglich. Aber wenn das halbe arbeitnehmende Land vom Controlling-Wahn heimgesucht wird, warum nicht auch da?!

Es gibt sie ja, die Personen, die sich ganz in den Dienst der Menschen stellen. Doch bis sich dieser Typus durchsetzt, braucht es Know-How und Basisarbeit. Wenn für fast alles Experten und Consulting-Agenturen engagiert werden, dann könnten wir doch auch mal am richtigen Punkt ansetzen.

Und nebenbei:

(C.M.)

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