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Archive for Juli 2009|Monthly archive page

Stimme der Kreuzburg

In Kreuzburg on 30. Juli 2009 at 18:07

KW18: Entertain

KW19: Schweinerei

KW20: Frühstück

KW21: Kombiniere

KW22: Jubiläum

KW23: Wahlen

KW24: Leisetreten

KW25: Chill&Grill

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Bewusstsein No.4

In Ökologie on 30. Juli 2009 at 17:39

Nun ist es nicht so, dass ich in einer ländlichen Gemeinde oder einer Kommune meine Kindheit verlebte. Keine bio-dynamischen Begegnungen mit einem Demeter-Bauern.  Es ist durchaus ländlich gewesen. Bei Oma und Opa gab es Hühner, Kaninchen und auch Schweine zu besichtigen. Mal lebendig im Stall oder Gatter. Mal weniger lebendig am Haken in der Waschküche. In veränderter Form dann auch als Essen. Und wir wissen ja, wenn Oma kocht, dann schmelzen wir dahin. Weiter ging es meist mit: „Es wird gegessen was auf den Tisch kommt!“ Vielleicht liegt es daran, dass es wenig gibt, das ich nicht esse. Es gab Wurst, Butter, leckere Soßen, Braten und die ganze Palette, die auch heute an Festtagen so gern aufgefahren wird, wenn die Familie zusammenkommt. Es wurde viel gekocht. Auch verkocht. Ab und zu Obst. Und am Sonntag gab es Eis. Mit Dosenfrüchten. So war das. Später kam unsere individuelle Selbstverpflegung durch Fertig-Gerichte und Tiefkühlkost hinzu. 2 Erwachsene und 4 Kinder. Alle mit unterschiedlichen Geschmäckern und Tagesabläufen. Der Weg des geringsten Widerstandes war dann die TK-Pizza. Oder Burger aus der Plastikverpackung. Mikrowelle auf – fertig.

Verständlich wenn so insgesamt kein Bewusstsein dem Essen gegenüber aufkommen konnte. Selbst kochen kam auch nicht in die Tüte. Hätte ja wertvolle Jugend-Zeit gekostet. Als ich dann von daheim ausgezogen bin, da hatte ich auf einmal ein Küche. So richtig anzufangen wusste ich damit nichts. In der Regel waren vorhanden: Nudeln, Ketchup, Milch, Kaffee, Käse und Äpfel. Alles ausm Discounter. Alles im niedrigsten Preissegment zu finden. Ich wurde ja irgendwie satt. War nicht krank. Keine Mangelerscheinungen. Ich wusste zwar, dass es da so etwas wie die „ökologische“ Seite gibt. Aber das waren für mich die Ökos. Piefig. Total ihrem Klischee entsprechend. In der Stadt waren noch keine Bio-Supermärkte etabliert. Handelsketten zeigten noch nicht stolz ihre Bio-Produkt-Reihen hervor. Fair-Trade und „grüne“ Aktionen standen noch in den Startlöchern. Auf dem Sprung in den Mainstream.

Erst allmählich keimte in mir etwas wie Bewusstsein meiner Nahrung gegenüber. Einerseits durch Sozialisation mit den Ökos. Auf Parties oder Referats-Sitzungen bei Mitstudenten gab es dann Ökologisches. Kichererbsensalat. Obst. Gemüse-Sorten, die ich zuvor noch nie gesehen hatte. Auf der anderen Seite fing ich an, zur Finanzierung meiner Unterkunft und meines Nudeln-mit-Ketchup-Lebensstils, in Restaurant-Küchen zu arbeiten. Gute und weniger gute waren dabei. Durch diese kontrastiven Erfahrungen, der Möglichkeit Soßen aus körniger Kraftbrühe mit stundenlang eingekochten Soßen aus Bio-Fleisch einander gegenüberzuschmecken, entwickelte sich mein Verhältnis zum Essen. Ich begann immer mal ein wenig zu kochen. Vollkornnudeln mit ein wenig Zucchini und Tomaten. Ausgewählte Zutaten. Davor einen Salat. Und danach etwas Obst. Und ich war gesättigt. Dazu Wasser oder Tee. Lecker. Und so bin ich auch heute noch öfter auf der Suche nach leckeren Dingen. Probiere sie aus. Genieße die Atmosphäre in einer Küche. Mit seinen Gästen kochen, reden und einen schönen Abend zu verbringen. Auch mir fehlt manchmal die Zeit oder auch die Lust, und da greife ich auch schon mal zur TK-Pizza oder hol mir ne Curry mit Pommes Schranke. Habe einen Jieper auf die verteufelte Imperialisten-Brause. Oder ich biege mangels Elan vorzeitig mit meinem Fahrrad ab und kehre im Kaufhaus ein. Weil ich ja auch noch eine neue CD wollte. Mit Blick auf jeden Einzelnen mündigen Erwachsenen sind mir deren Essensgewohnheiten relativ egal. Aus den Fernsehbildschirmen ertönen mittlerweile jeden Tag die „Starköche“, die einen bewussten Umgang mit Nahrung predigen. Dazu noch einen Verweis auf ihre Restaurants oder Kochbücher hinterher schieben. Bio-Siegel. Lebensmittelskandale. Gammelfleisch. In Berlin werden Fotos und Namen von nicht einwandfreien gastronomischen Einrichtungen veröffentlicht.http://www.berlin.de/ba-pankow/verwaltung/ordnung/smiley.html Analog-Käse. Ich bin da, leider oder glücklicherweise, nicht so informiert, inwieweit mangelnde Bewegung und „ungesundes“ Essen das Gesundheitssystem beanspruchen. Ich fühle mich wohl wenn ich mich einigermaßen ausgewogen, abwechslungsreich und in meinen Augen „gesund“ ernähre. Blase nicht moralisierend in Hörner. Beschwere mich nur am Rand über die Unfähigkeit seitens des Gesetzgebers die Verbraucher ausreichend zu schützen. Ich bin ja auch noch beim Fine-Tuning. Bio-Äpfel aus Neuseeland sind nicht unbedingt ökologisch. Ein langer Prozess eben. Über Stock und über Stein. Ob sich jemand seinen Körper bewusst macht oder nicht ist jedem selbst überlassen. Nur wenn es um Kinder geht, sollten wir noch mehr gesellschaftliches Bewusstsein entwickeln. Mangelnde Bewegung und unzureichende Ernährung sollte nicht der Lebensentwurf von Kindern sein. Verantwortung auf die betreffenden Eltern abzuschieben ist einfach, macht es aber auch nicht besser.

Links:

http://www.dge.de/

http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:%DCbergewichtige-Kinder-Generation-XXL/524828.html

http://www.mobydicknetzwerk.de/

http://www.unicef.de/4263.html

(C.M.)

Das eigene Quantum Macht II

In Gesellschaft, Spiritualität on 12. Juli 2009 at 15:34

Die Welt um mich herum erscheint mir zuweilen als schlecht, ja brutal und ungerecht. Die Menschen zerstören und schänden ihre Umwelt und sich selbst. Ich sehe dies und oft durchströmt mich Hilflosigkeit, verfalle ich in Trauer gepaart mit Angst um unsere Zukunft. Existentielle Ängste sind das und die Frage nach dem Sinn des Lebens, speziell nach meiner Rolle in diesem Leben, dieser Gemeinschaft, auf diesem Planeten stellt sich. Ich möchte nicht aufgeben, nicht zusehen, wie unsere Welt verkommt und wir uns selbst krank machen.

Aber was kann ich dagegen tun? Allein kann ich nichts tun. Diese Aussage ist meiner Meinung nach eine Ausrede, aus welchen Gründen auch immer sie benutzt wird. Auch wird sie mir und jedem der sie nutzt nicht gerecht. Sie ist entgegen unserem Selbstbewusstsein, macht uns kleiner als wir sind, stellt unsere persönliche Macht und Einfluss auf unser Leben und Umwelt in den Schatten. Es ist diese Art von Faulheit, wie ich sie nennen möchte, Bequemlichkeit auch Angst vor der Stellungname und dem Aufwand, dem Engagement. Dieses still sein und warten, Verantwortung abschieben hat einen fauligen Beigeschmack und verbreitet diese negative Energie, die unseren Körper und Geist in Disharmonie schwingen lässt.

Und bitte jeder von uns kann etwas tun, es ist seine Verantwortung vor seinen Mitmenschen. Deine Freude ist meine Freude und dein Leid ist mein Leid, ob ich das will oder nicht, wir sind alle Eins. Wie ein großer Schwarm und jeder Fisch bestimmt die Richtung. Hält sie oder kann durch sein Vorbild auf seinen Nachbarn wirken. Gut, wir können etwas tun, nun sag was?! Meiner Meinung nach besteht unsere größte Wirkungskraft vor allem im Konsum und der Kommunikation von Wissen. Mit unserem Konsum beeinflussen wir den Markt. Die Welt ist kapitalistisch. Das an sich ist nicht schlecht, wie wir ihn fabrizieren, celebrieren, das ist schlecht. Ausbeutung, Mehrwert, Wachstum. Wir leben im Massenkonsumzeitalter und genau dieser Massenkonsum ist es, welcher uns schädigt. in unserer Welt wird soviel nutzlos gekauft, produziert, viel zuviel, und viel zuviel nutzen wir nicht, umsonst produziert, wird weg geschmissen, fehlt an anderer Stelle. Wir brauchen nicht diese Massen an Nahrungsmitteln in der westlichen Welt, brauchen weniger Energie und Strom, lasst uns doch bescheidener leben! Wir müssen bescheidener Leben, wenn wir überleben wollen. Bescheidener Leben fängt bei uns an. Wir wirken auf den Markt. Und unser Luxus ist nur bedingt Luxus, wenn es uns mental nicht gut geht. Unterbewusst wissen wir doch auf wessen Kosten wir leben. Macht uns das glücklich, den Schmerz Millionen von Menschen zu fühlen, um den Hunger und die Armut unserer Mitmenschen zu wissen? Ich kann nicht ruhig schlafen bei dem Gedanken und Verdrängung ist ein Stress der unter der Oberfläche brodelt und wächst, dieses Geschwür, welches ich mal nicht Krebs nennen möchte, breitet sich aus.

Wir Menschen veralbern uns selbst, und ich habe keine Lust mehr auf Fremdbestimmung. Ich kenne um meine Taten und mein Wirken. Ich bin kein kleines Kind. Ich wurde zwar dressiert wie ein Hund, und mit kulturellen und gesellschaftlichen Regeln gefüttert, aber mein Gott gab mir auch ein Bewusstsein und die Fähigkeit zu reflektieren, und die Fähigkeit mit Liebe zu agieren, und auch die Mittel mich mit meinen Mitmenschen auszutauschen.Die Kommunikation, die Verbreitung des Wissens. Wissen ist Macht und sollte nicht Einzelnen zustehen. Wissen ist ein Allgemeingut und hilft bei der Entwicklung, der Evolution des Menschen. Wir sind eine Gemeinschaft, erinnern wir uns! Zusammen und nur Zusammen können wir existieren.

(A.V.)