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Die Geschichte der sauberen Energie

In Aktuell, Ökologie, Gesellschaft, Links, Politik on 10. September 2009 at 18:32

Am vergangenen Samstag demonstrierten mehr als 50.000 Menschen in Berlin gegen eine Renaissance der Atomenergie.
Nachdem der Ausstieg bereits beschlossen war, schließen vor allem Politiker der CDU und FDP eine Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke nicht länger aus.
Im Zuge dieser Entwicklung erlangt das alte Streitthema Atomenergie neue Brisanz – und wird in diesen Wochen von diversen Zeitungen wiederholt aufgegriffen. Und weil ich es nicht besser sagen könnte, hier eine kleine Zusammenstellung der schönsten Artikel.

Zunächst die Asse II – eine politisch forcierte Festlegung des Standortes, jahrelanges Verschleiern über die tatsächliche Menge von verschüttetem radioaktiven Abfall, katastrophale Zustände in einem einsturzgefährdeten Salzstock – entgegen der ursprünglichen Beteuerungen, das Eindrigen von Wasser sei extrem unwahrscheinlich, sickern täglich etwa 12000 Liter ins Gestein.

http://www.sueddeutsche.de/politik/889/482352/text/

Auch die Eignung des Standortes Gorleben für ein potentielles Endlager verlief anscheinend unter massiver Einflussnahme der Politik – die Rede ist u.a. von geschönten Gutachten.

http://www.sueddeutsche.de/politik/518/486929/text/

Schließlich resultieren diese Erkenntnisse, die für die meisten nicht total überraschend kommen, in der Schlagzeile vom Albtraum der Atompolitik:

http://www.zeit.de/2009/37/Energie?page=2

Noch mehr detaillierte Informationen liefert das Dossier der dieswöchigen Ausgabe der ZEIT und für alle, die nicht gern so viel lesen – in 10 Minuten Panorama stecken auch die wichtigsten Informationen.

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/2907730;jsessionid=D6A5786A18A747F988DD38B64D616FD6

So viel also zur sauberen Energie und zum sicheren Endlager…

Internetsperrlisten gegen Kinderpornografie – Ein offener Brief an Befürworter

In Aktuell, Gesellschaft, Multimedia, Politik on 8. Mai 2009 at 01:40

Ich denke, wir sind uns einig, dass Kinderpornografie ein absolut scheußliches und gravierendes Verbrechen ist, das seelische Traumata und oft auch körperliche Langzeitschäden verursacht und daher mit allem Nachdruck bekämpft werden muss. Es geht also darum, wirksam dagegen vorzugehen. Ich verstehe, dass es auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, Webseiten zu sperren, damit sie nicht mehr einfach so erreichbar sind, aber der erste Blick täuscht leider in einem so komplizierten Sachverhalt.

Wir sind also auf der Suche nach wirksamen, aber auch verhältnismäßigen Instrumenten zur Bekämpfung von Kinderpornografie. Ich respektiere Politiker, die ernsthaft im Interesse des Volkes handeln und dazu gehört auch, sich einzugestehen, sich in bestimmten sehr spezifischen Fachgebieten nicht gut auszukennen. Das ist kein Problem und auch Teil unserer Demokratie, denn Politiker sind Entscheider, nicht notwendigerweise aber Fachmänner und -frauen.
Dafür hat der Bundestag den wissenschaftlichen Dienst, Expertenanhörungen, Sachverständige und weitere Instrumente, um den Politikern die Einarbeitung in diese Gebiete massiv zu erleichtern.

Wenn nun aber, wie im Beispiel der Sperrung von kinderpornographischen Webseiten, sich die Experten über die Nichtwirksamkeit einig sind, sollte dies also Gehör finden. Frau von der Leyens Kommentar war, dass die Qualität der Gutachten jedoch “unterirdisch” sei.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,607264,00.html

Sollte dies wirklich der Fall sein, stimmt etwas mit dem wissenschaftlichen Dienst nicht. Dann wäre es ein strukturelles Problem des Regierungsablaufes und die betreffenden Experten des wissenschaftlichen Dienstes sollten schnellstens ausgetauscht werden. Anderenfalls sollten sich die Ministerin und auch Anhänger ihrer Argumentation ernsthaft Ǵedanken über ihre Position machen.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich gehe mit ihren Zielen absolut konform, doch der Lösungsansatz ist ein anderer. Ich schlage objektiv wirksame Methoden vor, die noch dazu keine negativen Seiteneffekte nach sich ziehen.

Der falsche Ansatz

Zugegebenermaßen würde die Sperrung den Zugang ein wenig erschweren, doch dies hat in Ländern, die Sperrlisten verwenden, nicht zur Eindämmung von Kinderpornografie geführt:

Unsere Sperrmaßnahmen tragen leider nicht dazu bei, die Produktion von Webpornografie zu vermindern“, bilanzierte der Chef der Polizeiermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie und Kindesmisshandlung in Stockholm, Björn Sellström.
http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-schwedens-polizei-aeussert-zweifel-an-wirksamkeit-von-internet-sperren-gegen-kinderpo_aid_384873.html

Ich möchte nun auf die Gründe der fehlenden Wirksamkeit eingehen:
Die Sperrlisten können prinzipiell nicht helfen, die Kinderpornographieindustrie zu schwächen, denn eine solche Industrie gibt es höchst wahrscheinlich gar nicht. Ein Anwalt, der oft Mandanten mit derartiger Beschuldigung vertritt, schreibt dazu:

Lassen wir aber jene beiseite, die unschuldig verdächtigt werden. Nehmen wir nur die Internetnutzer, bei denen tatsächlich Kinderpornos auf Datenträgern gefunden werden. Keiner, ich wiederhole, keiner der in den letzten anderthalb Jahren dazu gekommenen Mandanten hat auch nur einen Cent für das Material bezahlt.”
und

Kein einziger jedoch hat seine Tauschpartner bezahlt. Und diese Tauschpartner haben auch nichts verlangt. Selbstverständlich wertet die Polizei in den allermeisten Fällen auch aus, woher die Dateien kamen. Bezahlseiten sind nicht darunter. Auch verdächtige Überweisungen etc. werden nicht festgestellt.”
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/03/25/die-legende-von-der-kinderpornoindustrie/

Auch das LKA München bestätigt, dass es keine solche Kinderpornographieindustrie gibt :
http://www.sueddeutsche.de/panorama/813/465404/text/19/

Kinderpornografie entsteht also zum größten Teil als Nebenprodukt von Kindesmisshandlung, nicht andersherum. Daher kann die Websperre gar nicht im Kampf gegen Kindesmisshandlung helfen.

Begehrlichkeiten

Und ein weiterer Effekt konnte in diesen Ländern beobachtet werden:
Die Listen beinhalten nun nicht mehr nur Kinderpornografieseiten, sondern auch Seiten von politischen Gruppen und sogar Zahnärzte befinden sich darauf (hier das Beispiel Australien:
http://www.heise.de/newsticker/Australische-Internet-Sperrliste-in-der-Debatte–/meldung/134943).

Dies zeigt zwei schwerwiegende Gefahren der Listen:
Erstens werden von solchen Möglichkeiten Begehrlichkeiten geweckt werden, sei es zur Sperrung von radikalen Webseiten oder auch Lobbyarbeit von Rechteinhabern, der “Contentindustrie”, denn “die Möglichkeiten sind ja vorhanden”:

Die viel gelobten skandinavischen Länder zeigen bereits die Richtung: In Schweden versuchte die Polizei 2007 auf Lobbydruck hin, Adressen der Tauschbörsen-Suchmaschine Pirate Bay auf die Kinderporno-Sperrliste zu heben. Ähnliches ereignete sich 2008 in Dänemark.”
und
Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums. Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören.“
http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere–/artikel/135867

Ich erinnere weiterhin an die negative und anfänglich abgestrittene Entwicklung um die Mautdatennutzung, Kontostammdatenabfrage oder die Vorratsdatenspeicherung.

Zweitens wird es keine Möglichkeit geben, generell gegen diese missbräuchliche Nutzung vorzugehen, da die Listen ja geheim sein sollen. Es wird also schleichend zu einer Zensierung des Internets kommen.

Somit geschieht die Einrichtung einer geheimen, durch den Bürger nicht kontrollierbaren Filterliste ohne für unsere Zielstellung hilfreich zu sein. Wäre diese Maßnahme im mindesten hilfreich, wäre die Diskussion eine andere. Es gibt aber wirklich wirksame Alternativen:

Alternativen

Eine Analyse der Sperrlisten von anderen Ländern (u.a. Schweden, Australien) zeigt, dass 96 % der gesperrten Seiten in westlichen Ländern angeboten werden, in denen Kinderpornografie auch illegal ist (USA, Australien, Kanada, Deutschland und den Niederlanden).
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,619509,00.html

Will man also mit vorhandenen Mitteln 96% der Kinderpornografie effektiv ausschalten, würde es genügen, wenn die Polizeien der Länder kooperieren und sich gegenseitig die Webseitenlisten zur Verfügung stellen würden, sodass jeder sich um die Angebote im eigenen Land kümmern könnte. Ein großer Teil wird zum Beispiel in Deutschland angeboten. Eine einfache Mail an den betreffenden Provider reichte immer aus, die Seite sofort komplett vom Netz zu nehmen:

Der Deutsche Kinderschutzbund e.V. z.B. hat ein derartiges Experiment gemacht:
“Das Ergebnis: acht US-amerikanische Provider haben die Domains innerhalb der ersten drei Stunden nach Versand der Mitteilung abgeschaltet. Innerhalb eines Tages waren 16 [der 17] Adressen nicht mehr erreichbar”
http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere–/artikel/135867

Auch Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) probierte die vorgeschlagene Methode: „Innerhalb von 12 Stunden wurden 60 kinderpornographische Internet-Angebote gelöscht.“
http://ak-zensur.de/2009/05/loeschen-funktioniert.html

Warum erst jetzt?

Zu der oft angeführten Behauptung, bei der Besitzverschaffung von Kinderpornografie durch das Internet sei von 2006 auf 2007 ein Zuwachs von 111% festgestellt worden (von 2.936 auf 6.206 Fälle), muss folgendes bedacht werden.

Diese Zahl stimmt zwar, aber auch sie muss sinnvoll und richtig interpretiert werden. Ein “Fall” von Besitzverschaffung ist nur eine diesbezügliche Anzeige, keine Verurteilung. So entsteht diese hohe Zahl hauptsächlich durch die Aktion Himmel http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/11/20/aktion-himmel-keine-verurteilungen-aber-ein-erfolg/ Dabei wurde – einer Rasterfahndung gleich – mit einem Schlag gegen 12.000 Verdächtigte ermittelt. Ausdrücklich nur ermittelt, denn es gab keinen einzigen Schuldspruch, wenige Einstellungen gegen Geldbuße, aber sehr viele Verfahrenseinstellungen wegen fehlender Verdachtsmomente. Eine differenzierte Analyse der Kriminalstatistik zeigt, dass es keinen Zuwachs gibt:
http://mogis.wordpress.com/2009/04/29/kern-der-debatte/

Dies zeigt, dass sich die Situation keineswegs verändert hat, also hätte schon viel früher entschieden gehandelt werden müssen, erst jetzt, im Superwahljahr 2009, kommt das Thema in den Fokus.

Die Bevölkerung

In einer Umfrage von Infratest gaben über 90% der Befragten an, keine Sperren zu befürworten, wenn die Inhalte aus dem Netz gelöscht werden könnten:
http://www.zeit.de/online/2009/22/netzsperren-umfrage?page=all

Dies zeigt auch eine ePetition gegen Internetsperren, die schon von über 100.000 Menschen unterzeichnet wurde:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Weiterhin wurde sogar ein Verein der Missbrauchsopfer gegen Internetsperren gegründet, denn “Ursula von der Leyen instrumentalisiert Opfer für ihre Kampagne. Diese nutzt nichts und macht mich erneut zum Opfer.” sagt einer, der selbst als Kind missbraucht wurde.
http://www.zeit.de/online/2009/17/netzsperren-missbrauch

Abschluss

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Websperren nachweislich nicht helfen und noch dazu eine undurchsichtige Filterinfrastruktur geschaffen wird, die rein technisch gesehen für eine Zensur des Internets genutzt werden kann und vermutlich bald zweckentfremdet werden wird.

Ich möchte nun noch ergänzend auf einige Seitenargumente eingehen,
welche z.B. prominent auf Tagesschau.de verwendet worden sind:
http://www.tagesschau.de/inland/kommentar274.html

> Bis zu 450.000 Klicks täglich – allein in Deutschland! Diese Zahl an sich ist bereits erschreckend.

Diese Zahl ist erstens nicht gesichert, da Frau von der Leyen bisher jegliche Begründung, woher die Zahlen stammen, schuldig blieb, zweites muss diese Zahl, so sie denn stimmen sollte, richtig interpretiert werden. Niemand weiß, was hier mit einem Klick gemeint ist. Geht es um einzigartige IP-Adressen (unique IPs), geht es um Verbindungsaufbaue, sind Webcrawler/ Suchmaschinen/ Wurmscans (Internethintergrundrauschen) bereits herausgerechnet? Und drittens, auch wenn es nur 450 Klicks wären, würden die oben von mir genannten Maßnahmen helfen.

> Sollte auch nur ein Kind weniger missbraucht, gequält und lebenslänglich seelisch verkrüppelt
> werden, hat sich die Initiative bereits gelohnt.

Dies ist ein Totschlagargument und wenig zielführend. Mit dieser Argumentation wäre es sogar sinnvoller für Rauchverbot von Eltern oder Geschwindigkeitslimits für Autos mit Kindern auf Autobahnen, bessere Ausrüstung der Kriminalpolizei oder gesunde Mahlzeiten in Schulen, mehr Personal in Kinderkrankenhäusern oder intensivere psychologische Beratung und Behandlung von Pädophilen, längere Strafen für verurteilte Kinderschänder usw. zu kämpfen.

Anmerkung: Oft wird argumentiert, dass es keiner großen technischen Befähigung bedarf, die Filterlisten in 27 Sekunden zu umgehen http://www.youtube.com/watch?v=1NNG5I6DBm0, doch das ist kontraproduktiv, denn die akkurate Antwort wäre dann, die Zensur einfach technisch anders und besser auszugestalten.

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So einfach kann es sein!

In Aktuell on 22. April 2009 at 15:37

Von der Startseite meines Internetbrowsers schimmert mir das Logo des weltweit größten Suchmaschinenanbieters in charming grün und blau entgegen. Tag der Erde. Heute. Und unweigerlich komme ich in Versuchung, mir zu überlegen, was denn ein Tag der Erde überhaupt bringen soll. Ist es wie beim Kindertag? Nein, heute bin ich mal lieb zu meinem Sprössling und geb ihm nur auf die linke Wange eine richtige Watschen – ist ja schließlich Kindertag!? Ich stell mir vor, wie an irgendeinem Seitenarm eines größeren Flusses in China die armen Gehilfen geldgieriger Geschäftemacher auf ihrem giftigen, leck-geschlagenen Fässern sitzen. Heute verunreinige ich das kühle Nass nicht, mag einer zu sich sagen. Und die Menschen werden es ihnen danken und erst einen Tag später an einer möglicherweise durch das Gift verursachten Krankheit erliegen. Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass wenn das Abladen von Abfällen am Fluss nicht generell verboten wird, sich nichts ändern wird? Lediglich 5 Tage würden dank der jährlichen Tage der Erde herausspringen. Wir brauchen die richtigen und durchgreifenden Gesetze! BÄMM! Ab 2020 darf es keine Autos mit Treibstoffantrieb aus nicht-regenerativen Quellen mehr geben. Aber nein. Heute machen wir uns mal was bewusst zum Thema Erde und morgen holen wir uns die Abwrackprämie. Da verwundert es nicht, dass sich einige in Galgenhumor flüchten.

Ein anderes Beispiel. Wie jeden Morgen zappe ich zum Kaffee am Morgen durch die Programme. Hätte man nicht so ein dickes Fell und so viel Humor wie ich, dann würde man über kurz oder lang an den Gestalten und Themen hinter der Glasscheibe stimmungsmäßig zu Grunde gehen. Jedenfalls erbarmte sich der großartige Sender Pro7, für den heutigen Tag „grünes“ Programm zu senden. Sagt der Sender, der mit dem Ausstrahlen des Raab-Events und den darin vorkommenden sinnlosen Spielchen, unnötigerweise Strom verballert. Muss ja bis ins letzte alles ausgeleuchtet werden. Und wofür? Ja, das liebe Geld. Business is business. Jedenfalls wurde jeder Werbeblock mit dem besonderen Verweis auf das neue Modell des Samsung LED TV begonnen, der so unglaublich grüne Werte aufweist. Die grünen Werte bestehen darin, dass er mit vielleicht 130 Watt Energieaufnahme beim Betrieb lediglich 50% der üblichen Menge Leistung aufnimmt wie vergleichbar große Geräte von Konkurrenten. Löblich. Das dies immer noch gut ungefähr 80 Watt über der Leistung leigt, die ein kleiner feiner popliger 40cm Fernseher verbraucht ist dabei nicht soooo wichtig. Letztlich ist das für solche Ungetüme ein hervorragender Wert. Und Fernsehen soll ja auch grandios sein. Viele Farben, gestochen scharf und mit 1a-Sound. Wen wunderts eigentlich noch?

(C.M.)

Suchbild

In Aktuell, Gesellschaft, kurz erwähnt on 1. April 2009 at 16:09

Frage:

Was ist den beiden Bildern gemeinsam?

Antwort:

Auf beiden fehlen die Sicherheitskräfte?

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Ein kleiner Scherz zum Fest. April, April.

Verdammte Finanzkrise, verdammte Wirtschaft, verdammte Bänker, Egomanen, Spielertypen. Verantwortungslose Spekulan- ten.

Also wenn ich könnte, dann würde ich aber richtig die Sau raus lassen und den Laden mal so Richtig kurz und klein machen. Ob das Sinn hat? Ja es hat Sinn, sich, von Zeit zu Zeit, vom cholerischen Samenstau zu erleichtern! Der Druck muss doch irgendwie raus, oder was. Sollen wir uns denn, beschissen wie wir schon sind, auch noch Gallensteine züchten, bis zu Koliken? Nein, da ist es doch um einiges angenehmer, wenn ein paar böse Steine-, Stinkbomben- und Farbbeutelwerfer, aus dem mysteriösen, gewaltbereiten „Schwarzen Block“ heraus, stellvertretend für UNS ALLE, medial nett aufbereitet, ein paar Scheiben einschmeißen und DIEBE (als ob das was Neues wäre) an die Lobbyfassade schmieren. Damit haben wir, DAS VOLK  (jedoch in Ermangelung der arbeitenden Mitmenschen nur der frisch pubertäre  Anteil, um ein paar ewig  Kindische ergänzt)  gezeigt, wozu wir bereit und fähig sind. Die Strippenzieher unserer kleinen Weltverschwörung sollten lieber auf uns hören, sonst gibts richtig Randale, das haben die jetzt davon.

Da die Nachrichten natürlich zufällig und die Sicherheitskräfte  ebenso natürlich(?), aus irgendwelchen Gründen,  nicht zur Stelle waren, weiß jetzt jeder von uns, dass der Bankenlobby einer ausgewischt worden ist. Toll. Jetzt haben wir den Druck abgelassen und wenden uns beruhigt wieder dem Einerlei zu.

Hier noch ein kleiner Artikel. Woher schon?  Genau, aus der Zeit: »Du dumme Sau!«

Stellt sich nur noch die Frage, was man mit den „Großstadtterroristen“ nun anfangen soll? Strafmündig sind sie ja noch nicht.

M.J.H.N.

In Aktuell on 27. März 2009 at 00:00
Die hungrige Stadt

Ein ausgezeichneter Artikel aus der Zeit, zum Energie sparen in großem Maßstab.
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25.03.2009

Kaufen Kaufen Kaufen



Sangen nicht schon Tokio Hotel die Zeile „Ich geh durch den Konsum, hinter die Welt“? All die, die verzichten, machen sich wahrscheinlich nicht bewusst, wie falsch sie damit handeln. Ist ihnen denn nicht klar, welche Ausmaße ihr Verzicht auf unterschiedlichste Menschen hat? Unzählige Arbeitsplätze sind bedroht, wenn weniger Menschen Konsumprodukte beispielsweise für ihr Entertainment käuflich erwerben. Nicht nur bundesdeutsche. Aber Arbeitsplätze sind Arbeitsplätze. Sie tun doch etwas Gutes. Erkennen sie denn nicht, dass rumänische Fabrikarbeiter bald wieder, dann ohne Job, auf der Straße stehen könnten? Wo bleibt denn die Rücksichtnahme auf die rumänischen Arbeiter. Es ist doch ein völlig falscher Weg! Die Konjunktur bricht doch ein. Herrje, welche Omen sollen wir denn noch ertragen? Wir müssen wachsen, wachsen, wachsen!

Sehen wir das System doch einfach so wie es ist. In Form des unumstößlichen Postulats des Kapitalismus. Soziale Marktwirtschaft klingt netter. Ist letztlich aber nur ein anderes Label. Ziel ist Wachstum. Wachstum. Wachstum. Warum sich diesem mit Wachstumshormonen vollgepumpten System entziehen? Das bringt doch nichts. Wir müssen mehr kaufen, kaufen, kaufen. Und den Firmen, vornehmlich den großen, Umsatz bescheren. Die wachsen dann weiter und weiter und zahlen ihren Aktionären horrende Dividenden. Diese können wieder in den Konsum investiert werden. Ist doch logisch, oder? Und lassen wir die Diskussionen um Qualität und Sinn oder Nicht-Sinn von Produkten. Dazu empfehle ich der Bundesregierung drei simple Gesetze zu verabschieden. Und die Welt wird besser und alle werden voller Freude im Kreis herumspringen. Krise ade. Juchee.

Gesetz Nr. 1:
Die Bundesregierung verpflichtet die Bürger und Firmen 90% des Kapitals, welches nach Abzug der laufenden Kosten und Steuern vom Lohn oder dem Gewinn über bleibt, im Kreislauf des Binnenkonsums zu investieren. Binnenkonsum ist der Motor der Nationalökonomie. Capiche?
In der Folge steigt die Nachfrage, steigt die Produktion, steigt die Zahl der Arbeitsplätze. Also warum immer über System-Alternativen brüten? Nur Vorteile!

Gesetz Nr. 2:
Die Bundesregierung verpflichtet die Unternehmen ihren Produkten eine Lebensdauer von nur noch 6 Monaten zu geben. Ein MP3-Player hält dann nur noch 6 Monate und muss dann ersetzt werden. Garantie-Zeiten? Wofür? Ist doch Quatsch. In der heutigen Zeit rast die technologische Entwicklung so unglaublich. Da müssen die Konsum-Produkte Rücksicht drauf nehmen. Neben einer erhöhten Verbreitung innovativer Produkte, vergrößert sich wieder die Zahl der Arbeitnehmer. Nur Vorteile!

Gesetz Nr. 3:
Die Bundesregierung erlässt das Gesetz zur Erhöhung der Geburtenrate. Wir brauchen Konsumenten. Mit genügend Konsumenten kann der Motor „Binnenkonsum“ richtig hochtourend laufen. Wir könnten natürlich auch exportieren. Unsere so wichtigen Konsumgüter auch weltweit an den Mann oder die Frau bringen. Doch aus bisher gar nicht beleuchteten Gründen sind weite Teile der Welt leider nicht in der Lage mit uns mitzuhalten. Anstatt sich darüber zu beklagen, dass sie unseren Standard immer noch nicht vorzuweisen haben, könnten wir selbst etwas tun. Und so eine Pflicht zum Kinder kriegen einführen. Nicht mal um in erster Linie das demographische Problem anzugehen. Es geht um Potenzial. Kinder sind doch die perfekte Investition in die Entwicklung von Konsumenten. Und so teuer sind die doch gar nicht. Wenn man sie nicht besonders beachtet und fördert, dann kommen halbgare Jugendliche schon von selbst zum Konsum. Drei Kinder pro Frau sollten es schon sein. Es geht ja letztlich um unsere Zukunft. Die Arbeitsplätze und Dividenden müssen gesichert werden. Um jeden Preis. Da kann es einfach keine Alternative geben. Nur Vorteile!

Hören wir auf uns Sorgen zu machen. Geben wir das Geld aus wo es uns in die Hände fällt. Wer keines hat, sollte sich einen zusätzlichen Job suchen. Einen? Oder zwei! Oder altes Inventar aus der Wohnung versilbern und dafür etwas neues kaufen. Oder wir bilden Konsumgenossenschaften. 5 Parteien kaufen sich gemeinsam einen neuen Fernseher. Wenn das mal nicht die soziale Interaktion stärkt. Wer aber gar keine Möglichkeit hat – der hat Pech. Kollateralschäden sind nicht zu vermeiden. Denn es darf nie um die Verteilung des Kapitals diskutiert werden, sondern nur darum wie das vorhandene Geld ausgegeben wird. Lachen wir der Krise ins Gesicht. Denn wir haben einen Plan! Gehen wir es an – gehen wir kaufen!

(C.M.)