codexhumano

Archive for the ‘Multimedia’ Category

Stimme der Kreuzburg

In Kreuzburg on 30. Juli 2009 at 18:07

KW18: Entertain

KW19: Schweinerei

KW20: Frühstück

KW21: Kombiniere

KW22: Jubiläum

KW23: Wahlen

KW24: Leisetreten

KW25: Chill&Grill

Advertisements

Flimmerfreude

In kurz erwähnt, Multimedia on 6. Juni 2009 at 15:24

Nach der Schelte folgt nun Dank. Zwei Sendungen in der vergangenen Nacht berührten mich, ließen mich nicht mehr los und bewirkten eine lange, dunkle Nacht in meinem Schlafzimmer. Nur ich und ich.

Einerseits sah ich durch Zufall eine interessante Doku zum Leben und Schaffen von Annie Leibovitz. Wie das Leben so spielt erkannte ichspäter, dass ich natürlich ihre Ausstellung total verschwitzt habe. Wer die Gelegenheit bekommt, ihre Fotos zu betrachten, aus allen Phasen ihrer Arbeit, der sollte es tun.

Außerdem war da dieser Kurzfilm. Einfach 10 Minuten Zeit nehmen und schauen.

Kreuzburg KW 17&18

In Kreuzburg on 20. Mai 2009 at 09:55

KW 17: Alte Männer

http://www.kenfm.de/podcast/kenfm_2009_kw17_kreuzburg.mp3

KW 18: Unterhaltung

http://www.kenfm.de/podcast/kenfm_2009_kw18_kreuzburg.mp3

Internetsperrlisten gegen Kinderpornografie – Ein offener Brief an Befürworter

In Aktuell, Gesellschaft, Multimedia, Politik on 8. Mai 2009 at 01:40

Ich denke, wir sind uns einig, dass Kinderpornografie ein absolut scheußliches und gravierendes Verbrechen ist, das seelische Traumata und oft auch körperliche Langzeitschäden verursacht und daher mit allem Nachdruck bekämpft werden muss. Es geht also darum, wirksam dagegen vorzugehen. Ich verstehe, dass es auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, Webseiten zu sperren, damit sie nicht mehr einfach so erreichbar sind, aber der erste Blick täuscht leider in einem so komplizierten Sachverhalt.

Wir sind also auf der Suche nach wirksamen, aber auch verhältnismäßigen Instrumenten zur Bekämpfung von Kinderpornografie. Ich respektiere Politiker, die ernsthaft im Interesse des Volkes handeln und dazu gehört auch, sich einzugestehen, sich in bestimmten sehr spezifischen Fachgebieten nicht gut auszukennen. Das ist kein Problem und auch Teil unserer Demokratie, denn Politiker sind Entscheider, nicht notwendigerweise aber Fachmänner und -frauen.
Dafür hat der Bundestag den wissenschaftlichen Dienst, Expertenanhörungen, Sachverständige und weitere Instrumente, um den Politikern die Einarbeitung in diese Gebiete massiv zu erleichtern.

Wenn nun aber, wie im Beispiel der Sperrung von kinderpornographischen Webseiten, sich die Experten über die Nichtwirksamkeit einig sind, sollte dies also Gehör finden. Frau von der Leyens Kommentar war, dass die Qualität der Gutachten jedoch “unterirdisch” sei.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,607264,00.html

Sollte dies wirklich der Fall sein, stimmt etwas mit dem wissenschaftlichen Dienst nicht. Dann wäre es ein strukturelles Problem des Regierungsablaufes und die betreffenden Experten des wissenschaftlichen Dienstes sollten schnellstens ausgetauscht werden. Anderenfalls sollten sich die Ministerin und auch Anhänger ihrer Argumentation ernsthaft Ǵedanken über ihre Position machen.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich gehe mit ihren Zielen absolut konform, doch der Lösungsansatz ist ein anderer. Ich schlage objektiv wirksame Methoden vor, die noch dazu keine negativen Seiteneffekte nach sich ziehen.

Der falsche Ansatz

Zugegebenermaßen würde die Sperrung den Zugang ein wenig erschweren, doch dies hat in Ländern, die Sperrlisten verwenden, nicht zur Eindämmung von Kinderpornografie geführt:

Unsere Sperrmaßnahmen tragen leider nicht dazu bei, die Produktion von Webpornografie zu vermindern“, bilanzierte der Chef der Polizeiermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie und Kindesmisshandlung in Stockholm, Björn Sellström.
http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-schwedens-polizei-aeussert-zweifel-an-wirksamkeit-von-internet-sperren-gegen-kinderpo_aid_384873.html

Ich möchte nun auf die Gründe der fehlenden Wirksamkeit eingehen:
Die Sperrlisten können prinzipiell nicht helfen, die Kinderpornographieindustrie zu schwächen, denn eine solche Industrie gibt es höchst wahrscheinlich gar nicht. Ein Anwalt, der oft Mandanten mit derartiger Beschuldigung vertritt, schreibt dazu:

Lassen wir aber jene beiseite, die unschuldig verdächtigt werden. Nehmen wir nur die Internetnutzer, bei denen tatsächlich Kinderpornos auf Datenträgern gefunden werden. Keiner, ich wiederhole, keiner der in den letzten anderthalb Jahren dazu gekommenen Mandanten hat auch nur einen Cent für das Material bezahlt.”
und

Kein einziger jedoch hat seine Tauschpartner bezahlt. Und diese Tauschpartner haben auch nichts verlangt. Selbstverständlich wertet die Polizei in den allermeisten Fällen auch aus, woher die Dateien kamen. Bezahlseiten sind nicht darunter. Auch verdächtige Überweisungen etc. werden nicht festgestellt.”
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/03/25/die-legende-von-der-kinderpornoindustrie/

Auch das LKA München bestätigt, dass es keine solche Kinderpornographieindustrie gibt :
http://www.sueddeutsche.de/panorama/813/465404/text/19/

Kinderpornografie entsteht also zum größten Teil als Nebenprodukt von Kindesmisshandlung, nicht andersherum. Daher kann die Websperre gar nicht im Kampf gegen Kindesmisshandlung helfen.

Begehrlichkeiten

Und ein weiterer Effekt konnte in diesen Ländern beobachtet werden:
Die Listen beinhalten nun nicht mehr nur Kinderpornografieseiten, sondern auch Seiten von politischen Gruppen und sogar Zahnärzte befinden sich darauf (hier das Beispiel Australien:
http://www.heise.de/newsticker/Australische-Internet-Sperrliste-in-der-Debatte–/meldung/134943).

Dies zeigt zwei schwerwiegende Gefahren der Listen:
Erstens werden von solchen Möglichkeiten Begehrlichkeiten geweckt werden, sei es zur Sperrung von radikalen Webseiten oder auch Lobbyarbeit von Rechteinhabern, der “Contentindustrie”, denn “die Möglichkeiten sind ja vorhanden”:

Die viel gelobten skandinavischen Länder zeigen bereits die Richtung: In Schweden versuchte die Polizei 2007 auf Lobbydruck hin, Adressen der Tauschbörsen-Suchmaschine Pirate Bay auf die Kinderporno-Sperrliste zu heben. Ähnliches ereignete sich 2008 in Dänemark.”
und
Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums. Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören.“
http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere–/artikel/135867

Ich erinnere weiterhin an die negative und anfänglich abgestrittene Entwicklung um die Mautdatennutzung, Kontostammdatenabfrage oder die Vorratsdatenspeicherung.

Zweitens wird es keine Möglichkeit geben, generell gegen diese missbräuchliche Nutzung vorzugehen, da die Listen ja geheim sein sollen. Es wird also schleichend zu einer Zensierung des Internets kommen.

Somit geschieht die Einrichtung einer geheimen, durch den Bürger nicht kontrollierbaren Filterliste ohne für unsere Zielstellung hilfreich zu sein. Wäre diese Maßnahme im mindesten hilfreich, wäre die Diskussion eine andere. Es gibt aber wirklich wirksame Alternativen:

Alternativen

Eine Analyse der Sperrlisten von anderen Ländern (u.a. Schweden, Australien) zeigt, dass 96 % der gesperrten Seiten in westlichen Ländern angeboten werden, in denen Kinderpornografie auch illegal ist (USA, Australien, Kanada, Deutschland und den Niederlanden).
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,619509,00.html

Will man also mit vorhandenen Mitteln 96% der Kinderpornografie effektiv ausschalten, würde es genügen, wenn die Polizeien der Länder kooperieren und sich gegenseitig die Webseitenlisten zur Verfügung stellen würden, sodass jeder sich um die Angebote im eigenen Land kümmern könnte. Ein großer Teil wird zum Beispiel in Deutschland angeboten. Eine einfache Mail an den betreffenden Provider reichte immer aus, die Seite sofort komplett vom Netz zu nehmen:

Der Deutsche Kinderschutzbund e.V. z.B. hat ein derartiges Experiment gemacht:
“Das Ergebnis: acht US-amerikanische Provider haben die Domains innerhalb der ersten drei Stunden nach Versand der Mitteilung abgeschaltet. Innerhalb eines Tages waren 16 [der 17] Adressen nicht mehr erreichbar”
http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere–/artikel/135867

Auch Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) probierte die vorgeschlagene Methode: „Innerhalb von 12 Stunden wurden 60 kinderpornographische Internet-Angebote gelöscht.“
http://ak-zensur.de/2009/05/loeschen-funktioniert.html

Warum erst jetzt?

Zu der oft angeführten Behauptung, bei der Besitzverschaffung von Kinderpornografie durch das Internet sei von 2006 auf 2007 ein Zuwachs von 111% festgestellt worden (von 2.936 auf 6.206 Fälle), muss folgendes bedacht werden.

Diese Zahl stimmt zwar, aber auch sie muss sinnvoll und richtig interpretiert werden. Ein “Fall” von Besitzverschaffung ist nur eine diesbezügliche Anzeige, keine Verurteilung. So entsteht diese hohe Zahl hauptsächlich durch die Aktion Himmel http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/11/20/aktion-himmel-keine-verurteilungen-aber-ein-erfolg/ Dabei wurde – einer Rasterfahndung gleich – mit einem Schlag gegen 12.000 Verdächtigte ermittelt. Ausdrücklich nur ermittelt, denn es gab keinen einzigen Schuldspruch, wenige Einstellungen gegen Geldbuße, aber sehr viele Verfahrenseinstellungen wegen fehlender Verdachtsmomente. Eine differenzierte Analyse der Kriminalstatistik zeigt, dass es keinen Zuwachs gibt:
http://mogis.wordpress.com/2009/04/29/kern-der-debatte/

Dies zeigt, dass sich die Situation keineswegs verändert hat, also hätte schon viel früher entschieden gehandelt werden müssen, erst jetzt, im Superwahljahr 2009, kommt das Thema in den Fokus.

Die Bevölkerung

In einer Umfrage von Infratest gaben über 90% der Befragten an, keine Sperren zu befürworten, wenn die Inhalte aus dem Netz gelöscht werden könnten:
http://www.zeit.de/online/2009/22/netzsperren-umfrage?page=all

Dies zeigt auch eine ePetition gegen Internetsperren, die schon von über 100.000 Menschen unterzeichnet wurde:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Weiterhin wurde sogar ein Verein der Missbrauchsopfer gegen Internetsperren gegründet, denn “Ursula von der Leyen instrumentalisiert Opfer für ihre Kampagne. Diese nutzt nichts und macht mich erneut zum Opfer.” sagt einer, der selbst als Kind missbraucht wurde.
http://www.zeit.de/online/2009/17/netzsperren-missbrauch

Abschluss

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Websperren nachweislich nicht helfen und noch dazu eine undurchsichtige Filterinfrastruktur geschaffen wird, die rein technisch gesehen für eine Zensur des Internets genutzt werden kann und vermutlich bald zweckentfremdet werden wird.

Ich möchte nun noch ergänzend auf einige Seitenargumente eingehen,
welche z.B. prominent auf Tagesschau.de verwendet worden sind:
http://www.tagesschau.de/inland/kommentar274.html

> Bis zu 450.000 Klicks täglich – allein in Deutschland! Diese Zahl an sich ist bereits erschreckend.

Diese Zahl ist erstens nicht gesichert, da Frau von der Leyen bisher jegliche Begründung, woher die Zahlen stammen, schuldig blieb, zweites muss diese Zahl, so sie denn stimmen sollte, richtig interpretiert werden. Niemand weiß, was hier mit einem Klick gemeint ist. Geht es um einzigartige IP-Adressen (unique IPs), geht es um Verbindungsaufbaue, sind Webcrawler/ Suchmaschinen/ Wurmscans (Internethintergrundrauschen) bereits herausgerechnet? Und drittens, auch wenn es nur 450 Klicks wären, würden die oben von mir genannten Maßnahmen helfen.

> Sollte auch nur ein Kind weniger missbraucht, gequält und lebenslänglich seelisch verkrüppelt
> werden, hat sich die Initiative bereits gelohnt.

Dies ist ein Totschlagargument und wenig zielführend. Mit dieser Argumentation wäre es sogar sinnvoller für Rauchverbot von Eltern oder Geschwindigkeitslimits für Autos mit Kindern auf Autobahnen, bessere Ausrüstung der Kriminalpolizei oder gesunde Mahlzeiten in Schulen, mehr Personal in Kinderkrankenhäusern oder intensivere psychologische Beratung und Behandlung von Pädophilen, längere Strafen für verurteilte Kinderschänder usw. zu kämpfen.

Anmerkung: Oft wird argumentiert, dass es keiner großen technischen Befähigung bedarf, die Filterlisten in 27 Sekunden zu umgehen http://www.youtube.com/watch?v=1NNG5I6DBm0, doch das ist kontraproduktiv, denn die akkurate Antwort wäre dann, die Zensur einfach technisch anders und besser auszugestalten.

Creative Commons License
Dieser Text ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

zum anhören.

In Multimedia on 29. April 2009 at 19:07

Wieder gibt es Gesprächsbeiträge.

Inländerfeindlichkeit:

http://www.kenfm.de/podcast/kenfm_2009_kw16_Inlaenderfeindlichkeit.mp3

gegen Nazis:

http://www.kenfm.de/podcast/kenfm_2009_kw08_afFRONT.mp3

Abwrackprämie für Bischöfe:

http://www.kenfm.de/podcast/kenfm_2009_kw06_Bischof.mp3

Kreuzburg Audiostream 16/09

In Kreuzburg, Multimedia on 19. April 2009 at 18:00

(KW 16 2009) – Titel:  Stau

Download Audio File:

2009-04-19-Kreuzburg-Stau.mp3

Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Stau-

So klang es durch die Republik in den 70ger und 80ger Jahren. Bayern3, der Verkehrsfunk, Superstau, jeden Sommer, als sich Tausende von Berliner auf den Weg machten mit Kind und Kegel und Kombi gleichzeitig über den Brenner nach Italien. Schön an den Garda See. Urlaub machen. Alle zusammen.

Das begann in Berlin im extra dafür geschaffenen Stauraum in Dreilinden mit dem ritualisierten: „Und wo jehts bei euch hin?“ „Na wohin wohl? Raus wa!“ und führte direkt auf den Groß Glockner, begleitet von jener schicksalshaften Melodei von Bayern3 mit dem ursprünglichen Titel: „Solang der alte Peter“. Diese Melodie irgendwo in Deutschland in den Raum gepfiffen verursacht noch heute gefährliches Blitzen in den Augen vieler Familienväter, voll Angst, Schrecken und lustvollem Verlangen nach dem Ausnahmezustand. Der Stau als kollektives Erlebnis. Bedrohung und Abenteuer zu gleich. Überlebenskampf der Neuzeit. Die Via Dolorosa des kleinen Mannes. Kreuzigung und Wiederauferstehung an einem Tag, auf der Autobahn. Was ist Koslowski?

„Ich muss aufs Klo, mir is warm, müssen wir hier im Stau stehen, ich hab Hunger, wie lange noch und wann kommt die nächste Ausfahrt?“

Ja, wo steht er eigentlich der Peter? Na im Stau.

In Deutschland gibt es laut statistischem Bundesamt rund 230 000 km Straßen des überörtlichen Verkehrs. Bei 49 Millionen Kraftfahrzeugen macht das etwa 4,7 Meter Strasse pro Auto. Eine S-Klasse ist 5 Meter 20 lang. Wenn also alle losfahren, ist die Strasse voll. Stau.

„Ich fahre aber einen Golf2“

Das ist auch nur eine Statistik, Koslowski, kein Gesetz. Mitdenken. In Deutschland kostet 1 km Autobahn ca 5 mio Euro. Was sagst du dazu, biste baff wa?

Ja.

Apropos Verkehr. Geschlechtsverkehr. In Deutschland wir aktuell eine Frau durch die Presse gejagt, die Geschlechtsverkehr hatte, ungeschützt. Jetzt sitzt sie im Gefängnis, die Zeitung mit vier Buchstaben schlachtet das aus. Alle finden es richtig. Die Frau hat eine Tochter und ein Mann hat sie angezeigt. Sex und Erwachsene Menschen, gehören immer noch zwei dazu. Kann Mann demnächst auch Frau wegen einer Schwangerschaft anzeigen? HIV ist tödlich und man kann sich anstecken. Unwissen schützt nicht, Kondome ja, das weiß Mann.

Um Staus zu verhindern, werden seit diesem Jahr alle Ortungsdaten unserer Handys ausgewertet, also wo wir uns wann befinden und wie schnell wir uns bewegen. Das ganze nennt sich Floating Cellular Data und passiert zusammen mit den 5000 Induktionsschleifen in der Fahrbahn und den 300 Kontrollkameras der Maut Betreiber Firma Toll Collect natürlich nur annonym, weil in der Chausseestrasse in Berlin gerade für 720 Millionen Euro die neue Zentrale des BND gebaut wird, streng geheim.

Verkehrsfunk im Radio wird traditionell mit dem Hinz Triller eröffnet. Damit weiß die Sendestation, dass Verkehrsnachrichten folgen, sendet ein TA, ein Traffic Announcement, und dann schaltet das Radio die Kassette ab und macht lauter. Das machen wir jetzt auch:

Hier nun eine politische Verkehrsmeldung der Kreuzburg.

In Deutschland kommt es vermehrt zu Übergriffen von Neonazis auf alle anderen Menschen. Wenn du Nazi bist und das hier hörst, schalte sofort Dein Radio ab und denk über Dein Leben nach.

Für alle anderen gilt: Freie Fahrt für Freie Bürger. Weiter machen mit Demokratie, Kopf benutzen, Leben genießen und keine Angst vor Nazis haben. Aber Angst sollte man ja so oder so vor nichts und niemandem haben.

Ende der Durchsage.

Die Kreuzburg –  jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – http://www.kenfm.de

Kreuzburg Audiostream 15/09

In Kreuzburg, Multimedia on 12. April 2009 at 18:00

(KW 15 2009) – Titel:  Ostern

Download Audio File:

2009-04-12-Kreuzburg-Ostern.mp3

Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Ostern-

Ein Mann wird ans Kreuz geschlagen, steht wieder auf und 2000 Jahre später feiern wir Ostern. Wir sammeln Eier und jagen Hasen. Das macht Spaß. Warum weiß kein Mensch. Wie so oft heutzutage, weiß keiner, machen alle. Entdecke die Möglichkeiten. Wann kommt die Abwrackprämie für Senioren? Am Alexanderplatz kann man immer noch Lebkuchenherzen kaufen.

Kuchen. Eigentlich war der Oster Hase einst ein Lamm. Aber weil Gebäck in Lamm-Form aussieht wie ein Hase, Hühner in der Fastenzeit trotzdem Eier legen und man den protestantischen Kindern nicht sagen wollte, dass der Hase eigentlich ein katholisches Lamm ist und der Überschuss an Eiern Ergebnis der „Wir sind Papst“ Fraktion, blieb eben nur Meister Lampe als Eierbote, um den Augsburger Religionsfrieden zu waren. Das Motto damals lautete cuius regio, eius religio, was übersetzt ungefähr bedeutet „Wessen Hase, dessen Ei“. Also ein Hase, der viele bunte Eier bringt. Menschen sind sehr einfallsreich, wenn es darum geht, die Geschichte zu verändern. Der Weihnachtsmann war ja früher auch kein Brause Bengel und schmunzeln kann der Osterhase erst seit 20 Jahren. Aber Lila und Goldfarben war es schon immer und hatte eine Glocke um den Hals. Das Osterhäschen.

Ostern schließt die Himmelsrichtung mit ein, denn Osten, die Morgenröte, beschreibt den Zeitpunkt ab dem der Mann, nachdem später Latschen benannt wurden, noch einmal die Runde machte. Im Osten geht die Sonne auf und wenn es hell wird, kommt der Balken Jupp. Im Englischen wird es deutlicher: Happy Eastern, Eastern Germany. Im Deutschen haben wir zum Glück das lange O. Ansonsten würde es nämlich heißen, fröhlicher Osten. Das geht ja nicht.

Wie dem auch sei, Osten – Verzeihung – Ostern ist Tradition in Deutschland und Traditionen halten die Gesellschaft zusammen, wie eben der Fisch seine Schafe. Deswegen Hase, Lamm und Wolf. Also sammeln wir gemeinsam jedes Jahr aufs neue Eier. Es wäre nur schön, wenn ab und zu jemand diese Eier auch behalten würde, um sie dann an anderer Stelle zu haben.

Habt ihr Angst davor, sie zu haben, die Eier?

Angst sollte man doch so oder so vor nichts und niemandem haben.

Die Kreuzburg – jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – http://www.kenfm.de

Kreuzburg Audiostream 14/09

In Kreuzburg, Multimedia on 5. April 2009 at 18:00

(KW 14 2009) – Titel:  Rock and Roll

Download Audio File:

2009-04-05-Kreuzburg-RockNRoll.mp3

Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Rock and Roll-

Rock and Roll ist nicht Musik, ist auch Musik, ist nur Musik, ist unterwegs sein. Rock and Roll ist die Stimme der Vernunft, die feststellt, dass das nicht alles sein kann. Es ist der Wille, sich dem Leben zu stellen, dem Leben ins Gesicht zu schauen und wenn es sein muss, ihm ins Gesicht zu spucken. Wir sind alle gleich, weil wir Menschen sind. Aber ich mag dich, weil du nicht so bist wie ich. Weil du anders bist. Weil du dich unterscheidest. Weil du nicht gleich sein willst, wie all die anderen. Weil du lange Haare hast.

Aufbegehren ist Aufwachsen, ist Meinung, ist Pop. Verändern ist Überzeugung und das ist Rock and Roll. Einen Stein in die Hand zu nehmen ist eine Laune, ihn zu werfen, eine Lebensentscheidung. Ich bewundere mich, ich bin der größte Mensch der Welt und ich stelle mich selbst in Frage, wie es nie zuvor ein Mensch getan hat. Ich schäme mich und ich mache weiter, weil ich mich dafür entscheide, jeden Tag aufs neue.

Ich kämpfe. Ich bin Mensch und kein Schaaf.

Rock and Roll ist Leben mit hoher Drehzahl im roten Bereich, denn die Zeit ist knapp. Wer lebt, der muss sterben und wer laut lebt, stirbt schneller. Deswegen bedeutet Rock and Roll, wenig zu schlafen und alles zu erfahren. Leben in Lichtgeschwindigkeit. Deswegen ist Rock and Roll Vollkontakt mit dem Leben, ist das Wahrnehmen von Vergänglichkeit und im Scheine der Vergänglichkeit wird alles andere unwichtig und austauschbar. Dann ist man außerhalb und erst von Außen kann man das Absurde des Alltäglichen erkennen. Darum gibt es Drogen, unkontrollierte Beziehungen unter den Menschen, Unvernunft und Übermut. Erst im Außen kann der Mensch sich und seinen Körper aus dem Strudel der Zeit befreien, um zu verstehen, dass Leben bedeutet, sich selbst und niemandem sonst zu beweisen, dass man es verdient hat, hier zu sein. Erst im Außen kann man erkennen, dass Rock and Roll bedeutet, Fehler zu machen. Die alles entscheidende Frage lautet: War es das wert?

Die Antwort ist Rock and Roll.

Wer den Kopf hin hält, der wird ihn verlieren, früher oder später. Rock and Roll bedeutet, es trotzdem zu tun, gerade deswegen. Rock and Roll heißt, keine Angst vor dem Leben und keine Angst vor dem Sterben zu haben. Aber Angst sollte man ja so oder so vor nichts und niemandem haben.

Die Kreuzburg – jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – http://www.kenfm.de

Kreuzburg Audiostream 12/09

In Kreuzburg, Multimedia on 22. März 2009 at 18:00

(KW 12 2009) – Titel:  Frühling

Download Audio File:

2009-03-22-Kreuzburg-Fruehling.mp3

Dies ist die Stimme der Kreuzburg

-Frühling-

Hallo Welt.

Es ist merkwürdig. Du bist so klein geworden, so überschaubar geworden. Du bist so ungepflegt, du lässt Dich gehen. Welt, ach Welt, warum bist Du nicht mehr schön? Der Frühling kommt und du steckst deinen Rüssel in den Dung, den du selbst hergestellt, vor gar nicht langer Zeit, als Du Kind, das Du immer noch bist, warst, mit den Händen in das AA griffest.

Nun schaust du traurig, bestürzt und zerknittert in das All hinein und fragst, warum? Warum nicht anders und wo überhaupt gehen wir hin? – Was heißt hier wir, ich bin immer noch ein Welt! – Bist du nie gewesen und jetzt setz dich auf den Hosenboden oder auf deinen Hoden. Pfui, das sagt man nicht. Warum eigentlich nicht? Ein Ei brät man ja auch in der Pfanne und dort sitzt du jetzt, schließlich hast du dich selbst hinein gehauen. Ramba Zamba, hoch oben steht der Mond, ist doch nur Lampe, ist doch nur Leuchte auf das Häufchen, das du gemacht. Welt und nun schau dich um, was hast du gedacht?

„Ich dacht’, es wär’ ein großes Spiel und wer am meisten in die Tasch gestecket und gesteckt, der nicht verlieret. Leontes te devorant. Und dann wohl an kann und soll man rühmen, es stecke sich an die eigene Brust, Gold, Silber und die ganze Tafel, auf dass Welt und Geist als Einheit sich vermählten zu einem Stamm Wahrhaftigkeit.“

Oh Welt, ein Arzt, zu spät für dich. Zwei Wege waren dir beschieden, nun nimmst du wohl den schmalsten Grad, nun hast du dich entschieden. Vergönnt sei dir der Wahn, das Fieber. Zu immer teilst du dich und wieder und wieder wenn der weiße Flieder blüht, du steckst uns alle an, mit deinem schwach und seicht Gemüht. Nun denn, so kugel lustig weiter, bis auf den Grund der Höll hinunter und halt dir deinen dicken Wanst. Ob Schöpfer oder Genomit, am Ende ist’s der große Knall, der dich und uns und mich und Euch und alles in den Äther zieht. Und wenn der Mensch vom Mars das sieht, wird er mit großen Augen fragen und Welt, dann zählen wir auf dich. Dann lachen wir ihm ins Gesicht und sagen: Angst sollte man so oder so vor nichts und niemandem haben

Grüß Gott

Die Kreuzburg –  jeden Sonntag auf Radio Fritz bei KenFM – http://www.kenfm.de

Ist das Journalismus?

In kurz erwähnt, Multimedia on 15. März 2009 at 20:33

Wo sind die Grenzen des Journalismus? Was ist adäquate Berichterstattung? Inhalte, Inhalte, Inhalte? Auch ohne Gehalt?

Leider ist das entsprechende Video nicht mehr verfügbar, da RTL Television auf der Plattform Youtube seine Rechtsansprüche geltend gemacht hat. Da stellt sich natürlich die Frage, warum der Privatsender nicht andere Mitschnitte zu diesem Thema oder des Senders allgemein beanstandet?

Bleibt die Frage ob kritisches wegzensiert wird. Oder war es ein Zufall?

Worum es ging, kann nachgelesen werden:

http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E5FD5CF6127E94CEFB97D5EEE125AE74A~ATpl~Ecommon~Scontent.html