codexhumano

Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Spende ich? Spende ich nicht?

In Uncategorized on 14. August 2009 at 19:28

Das ist hier die Frage.

Heute fand ich beim Aufräumen einen unausgefüllten Organspendeausweis. Wie dieser unter meinen Kleiderschrank gelangte, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, oder ich glaube zu wissen, dass ihn mir eine Freundin vor einiger Zeit gab. Ich weiß auch nicht, ob ich ihn ausfüllen sollte. Nun sitze ich hier und werde den Weg meiner Entscheidungsfindung darlegen. Eine Art Reality–Doku-Blog.

Wenn ich kurz darüber nachdenke, ob es in irgendeiner Form Gründe dafür geben könnte, dass ich diesen Ausweis nicht ausfüllen würde, so fallen mir keine ein. Bin nicht religiös oder in sonst einer Art an meine (dann überflüssigen) Organe gekettet. Nun, dann könnte ich den Ausweis eigentlich ausfüllen, oder?! Aber zuerst noch ein wenig Online-Recherche. Man möchte ja auch sicher sein, was man unterschreibt.

Zuerst auf Wikipedia zusteuern und einlesen.http://de.wikipedia.org/wiki/Organspende Da lese ich also, dass die Organspende vollzogen werden kann, wenn zwei qualifizierte Ärzte voneinander unabhängig den Hirntod feststellen. Und diese dürfen nicht an der weiteren Prozedur beteiligt sein oder der Weisung eines beteiligten Arztes unterstehen. Klingt plausibel. Dann wird beschrieben welche Formen der Spende es gibt. Lebend- oder Tod-Spende und was gespendet werden kann. Interessant ist dann der Passus über die ethischen Positionen oder Kritik an der Organspende. Nun, die da aufgeführten Aspekte sind mir eigentlich egal. Ob der Hirntod tatsächlich eingetreten ist, wie es definiert wird, kann ich dann sowieso nicht entscheiden. Ich vertraue da auf die Kompetenz der Ärzte. Und ob meine Leber einem in irgendeiner Form abhängigen Menschen transplantiert wird, macht auch keinen Unterschied. Denn wenn es um die Spende geht, steht für mich nicht in erster Linie ein altruistischer Gedanke im Vordergrund. Eher pragmatisch frage ich mich: „Was soll ich denn mit meinen Organen sonst anstellen?“

Aus erweitertem Interesse an der Thematik steuere ich via Suchmaschine auf eine weitere Seite. Und was ich da lese, verwundert mich doch arg. Obgleich immer wieder in den Medien der „Organspendemangel“ beklagt wird und die endlos langen Wartelisten thematisiert werden, hätte ich nicht gedacht, dass im Jahr 2008 lediglich 1198 Organspender verzeichnet werden konnten (http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37622/Regierungsbericht_sieht_Akzeptanzprobleme_bei_Organspende.htm). Gut, diese Zahl sagt wenig über die weiteren Ausweise in den Geldbörsen potentieller Spender aus. Aber irgendwie niedrig erscheint sie mir schon. Unabhängig der Seite der Spender finde ich es erstaunlich, dass womöglich Krankenhäuser obgleich einer Meldepflicht, wohl keine Meldungen machen.

Gleich ob ich selbst in die Situation gerate, zur Verlängerung meines Lebens auf eine Organspende angewiesen zu sein, nehme ich nun den Ausweis zur Hand. Im beigefügten Beiwort von Frau Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz hier in Berlin lese ich, dass jedes Jahr 1000 Menschen sterben, weil ihnen nicht rechtzeitig mit einer passenden Organspende geholfen werden konnte. Noch ein Grund mehr ihn jetzt auszufüllen.

Und ich merke wie ich manchmal ticke. Eigentlich ja nicht ignorant, fehlt mir doch manchmal der nötige Schubser. Und jetzt wo ich meine Unterschrift auf den Ausweis platziere, nehme ich nun meine Blutspendeabsicht wieder ernst. Klingt echt doof, aber jetzt wo man was gemacht hat, merkt man, wie einfach Dinge manchmal sein können.

Ausweis zum Ausdrucken gibt es unter: http://www.organspende-info.de/

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In einem Krankenhaus in Ghana

In Uncategorized on 22. Juni 2009 at 19:25

Das Krankenhaus. Ein großes Tor zu einer breiten Straße, die mal geteert war. Rechts und links davon einstöckige Gebäude, verbunden durch überdachte Säulengänge, gestrichen in beige und braun, abblätternde Farbe.
Unzählige Krankenschwestern laufen auf dem ganzen Gelände herum, jede in einem hübschen grünen Kostüm und Häubchen auf dem Kopf. Die Anzahl der Striche auf den Schultern der Kostüme verraten den Ausbildungsstand – erst gar keine Streifen, bei abgeschlossener Ausbildung drei.
Die Ärzte sind unglaublich gut gekleidet. Die Männer in Anzughosen, langärmligen Hemden, manche mit Krawatten. Die Frauen in Blusen, Röcken, Kleidern, dazu Pumps, immer perfekt frisiert und geschminkt.
Darüber tragen sie weiße Kittel. Manchmal sieht man Dinge wie „Bundeswehrkrankenhaus Hamburg“ oder auch „Kantine Eberswalde“ in den Kragen der Klinikbekleidung stehen.
In der Morgenvisite werden die in der Nacht neu aufgenommenen Patienten vorgestellt.
An meinem zweiten Tag wird über eine Geburt berichtet.
Als die Frau ins Krankenhaus kam, war die Geburt schon in vollem Gange und innerhalb von zwei Stunden war das Kind da. Der Arzt lächelt, alle nicken zustimmend, eine Geburt ist anscheinend ein für alle erfreuliches Ereignis. Aber habe ich das richtig verstanden? Am Anfang hat der Arzt doch etwas gesagt von einem eigentlich geplanten Kaiserschnitt wegen bekannter HIV-Infektion der Mutter. Geplante Kaiserschnitte sind Teil der Präventionsprogramme um das Risiko der Übertragung von Mutter zu Kind zu senken. Jemand fragt, ob das Kind nach der Geburt Prophylaxe erhalten hat. Der Arzt schüttelt den Kopf. Niemand reagiert in irgendeiner Weise geschockt.
Dabei wurde das Neugeborene wahrscheinlich mit HIV infiziert. Das hätte verhindert werden können – wenn schon nicht durch den Kaiserschnitt, für den es leider schon zu spät war, dann wenigstens durch die Gabe eines HIV-Medikamentes direkt nach der Geburt.

Zwei Tage später bin ich dabei, als bei einer Achtjährigen ein HIV-Schnelltest gemacht wird. Positiv. Die Mutter ist bereits tot, das Kind wird von der neuen Frau des Vaters begleitet. Auch dieses Mädchen ist wahrscheinlich seit ihrer frühesten Kindheit HIV-positiv, infiziert vielleicht schon in der Schwangerschaft, wahrscheinlich unter der Geburt, spätestens während der Stillperiode.
Wie ist das Virus wohl in diese Familie gekommen? Der Vater ist Fernfahrer. Früher lernten die Medizinstudenten noch, dass Fernfahrer eine Risikogruppe darstellen, besonders Langstreckenfahrer. Mittlerweile wird diese Betrachtung als diskriminierend empfunden. Schließlich gehen nicht alle Fernfahrer während ihrer Fahrten zu Prostituierten und infizieren anschließend ihre Frauen.
Wir teilen der neuen Mutter des Mädchens die Diagnose mit. Das Kind hat bereits erste Symptome, immer wiederkehrende Infektionen. Sie wird an die HIV-Beratungsabteilung verwiesen.
Ob die Mutter die Tragweite der Diagnose versteht? Ich wüsste gern, ob sie darüber nachdenkt, woher ein achtjähriges Mädchen HIV bekommt. Ob sie den Zusammenhang herstellt zwischen der verstorbenen Mutter und dem kranken Kind. Ob sie ahnt, dass wahrscheinlich auch ihr Mann positiv ist. Und ob sie weiß, was das für sie bedeuten kann.
Wenn irgendetwas davon in ihrem Kopf vorgeht, sieht man es ihr nicht an. Es gibt keine erkennbare Reaktion.

An einem meiner ersten Tage wird ein Mann mit einem Schlangenbiss eingeliefert. Nach drei Tagen geht es ihm wieder gut. Aber nach zehn Tagen liegt er immer noch auf der Station. Er ist nicht versichert und hat die Krankenhausrechnung noch nicht bezahlt. Bis seine Familie das Geld bringt, wird er nicht entlassen, so ist die gängige Praxis.

Warum er wohl keine Versicherung hat? Dass es eine Krankenversicherung gibt, ist relativ neu. Sie ist nicht besonders teuer, 2 Cedis im Vierteljahr. Und man kann sie auch dann noch abschließen, wenn man bereits im Krankenhaus ist.
Dann sichert der Papierbogen, zum Teil unterschrieben mit einem Daumenabdruck, einem die medizinische Grundversorgung. Zuzahlungsfrei bekommt man jede verfügbare Diagnostik und Therapie.
Essentiell ist die Versicherung in einem Bereich, in dem ich es nicht erwartet hätte – Sauerstoff bekommen außer in totalen Notfällen nur versicherte Patienten, denn Sauerstoff ist eine der teuersten Maßnahmen, die das Krankenhaus zu bieten hat (eine Stunde kostet 17 Cedis).
Wenn man sich schon die 2 Cedis für die Versicherung nicht leisten kann, was heißt dann eine Stunde Sauerstoff?

Francisca

Francisca hat einen Herzfehler. Wahrscheinlich hatte sie als Kind eine simple Mandelentzündung, die unbehandelt zu Herzfehlern führen kann – mit Antibiotika lässt sich das verhindern.
Jetzt aber liegt Francisca völlig ausgezehrt in ihrem Bett. So einen dünnen Menschen habe ich bisher nur auf Fotos gesehen.
Francisca ist zu schwach zum Sitzen, Stehen oder Laufen. Auf Ansprache reagiert sie meistens kaum. Aufgrund ihres Herzfehlers kommt es ständig zu Mangeldurchblutung ihrer Organe, auch des Gehirns. Auf Dauer führt das zu der mittlerweile klar erkennbaren Retardierung.
Die einzige Therapie wäre eine Klappenersatzoperation. Eigentlich kommt einmal jährlich eine amerikanische Organisation nach Kumasi und führt Herzoperationen an Kindern durch. In diesem Jahr können sie wegen der Finanzkrise nicht kommen.
So können wir Francisca nur Sauerstoff geben und jedes Herzmedikament, das im Krankenhaus verfügbar ist. Als sie sich nicht mehr unruhig hin- und herwälzt, sobald man den Sauerstoff abstellt, überlassen wir sie der Obhut ihrer Mutter. In der Krankenakte heißt das dann „palliativ behandeln“.

Palliativmedizin ist „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten (voranschreitenden), weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt.“

(Definition der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin)

Schreib mal wieder!

In Uncategorized on 7. Mai 2009 at 10:58

Einige Zeit war es schwierig für mich, die Auswirkungen der Krise zu verstehen. Letztlich habe ich sie persönlich noch nicht gesehen. Bisher wurden keine Lebensmittelmarken ausgegeben und ich habe noch keine Menschen wahrgenommen, die sich um einen Laib Brot zanken. Gut, die gegenwärtige Krise steht unter anderen Vorzeichen als die Krisen der letzten Jahrhunderte. Es ist in erster Linie eine Krise der wirtschaftlichen Institutionen, die global agieren und Wirtschaftsbereiche konstruieren. Doch zieht sie, die Krise, neben Aktionären, die ihre Ersparnisse verloren haben, auch die Arbeitnehmer hinein. Wenn ein Unternehmen beispielsweise jedes Jahr 100 Personen einstellt, bei steigendem Gewinn, dann sind es diese Arbeitnehmer, die in Zeiten der Stagnation oder während Phasen sinkender Gewinnmargen zuerst zur Disposition stehen. Der Fluch des Kapitalismus. Gestern jedenfalls wurde mir das erste Mal bewusst, wie nah die globale Krise ist. Und ich möchte alle Leser auffordern, ihr entgegen zu treten und sie zu bekämpfen!

Wie?

Wir schreiben Briefe! Briefe? Ja, die Form der Kommunikation, die vor der E-Mail, SMS oder dem Telefonat trendy war. Schreibt jeden Tag einen Brief. Sagt der Familie, das Ihr sie liebt. Sagt den Freunden, das Ihr sie gern leiden mögt. Sagt dem Vermieter, wie zufrieden Ihr in Eurem Wohnumfeld seid. Überhaupt, teilt jedem wie in den sozialen Netzwerken ala Twitter mit, was ihr so treibt und denkt. Gut, etwas asynchron ist es schon. Aber Ihr rettet damit unzählige Arbeitsplätze! Macht mit!!!

Warum?

Gestern legte die Deutsche Post AG ihren Bericht für das erste Quartal 2009 vor. Die Eckdaten lesen sich dann wie folgt: Der Konzern musste im ersten Quartal 2009 einen Gewinneinbruch von 12,9% verzeichnen. Oh mein Gott! Diese Wahnsinnszahl bewirkt ein lächerliches Umsatz-Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro. Schlappe 11,5 Milliarden Euro. Ich hoffe, der Vorstand und der Aufsichtsrat können noch ruhig schlafen. Aber ich denke eher nicht, denn Umsatzzahlen sagen per se nichts über die Situation eines Unternehmens aus. Die Situation ist prekär. Notfallpläne werden geschmiedet und Rettungsanker geworfen. Der reine Gewinn liegt nur bei 944 Millionen Euro. Wesentlicher Grund dafür sei die positive Bewertung von 26,4 Millionen Aktienoptionen. In deren Folge die Bewertung je Aktie von 38 auf 72 Cent stieg.

Also geht es der Post schlecht? Nicht ganz so schlecht? Halbschlecht?

Die Post-Parole der Stunde lautet: Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich! Dieses Instrumentarium zieht immer! Der Konzern streicht den möglichen Gewinn ein. Nutzt die Gewinne für Investitionen und natürlich für die Auszahlung an die Aktionäre. Wer ist denn Eigner an der Post? Rund 30% gehören der KfW Bankengruppe, 63% sind institutionelle Aktionäre in Form der USA, GB, Frankreich, Deutschland und weiteren Ländern. Dazu noch 7% Privataktionäre. Und alle wollen Gewinn sehen. Rendite auf ihr frisches Kapital was sie dem Konzern zur Verfügung stellten. 1.209.015.874 Aktien. Das ist die Post.

Fassen wir zusammen: Für den Vorstand und den Aufsichtsrat kam die Nachricht völlig überraschend, dass stets Wachstum und Überbietung von Gewinnzahlen nicht immer garantiert sind. Ausbaden muss es wieder der Arbeitnehmer. Mehrarbeit um Jobs zu sichern. Jobs sichern über Gewinnmaximierung. Aber eines dürfen wir nicht vergessen. Wer bereit für Opfer ist, der wird belohnt werden. Wenn die Krise überwunden ist, die Konzerngewinne wieder sprudeln, dann bin ich mir sicher, dass der gemeine Arbeitnehmer auch etwas bekommt. Nachdem die Vorstände mit Boni ausgestattet wurden, der Aufsichtsrat fürs Krisenmanagement gelobt und entlohnt wurde, der Aktionär Rekordrenditen erhält, dann bekommt sicherlich auch jeder Mitarbeiter per Deutschen Post AG einen Dankesbrief.

Bis dahin schreiben wir und schreiben und schreiben und schreiben und schreiben und schreiben. Den Anfang mache ich jetzt. Ich werde meiner Mathematiklehrerin aus der Grundschule einen Brief schreiben. Sie sagte damals, aus Dir wird nie etwas. Du bist einfach zu einfach gestrickt. Die wird sich wundern, wenn sie meinen Lebenslauf lesen wird. Ha!

http://www.dp-dhl.de/dp-dhl?tab=1&skin=hi&check=yes&lang=de_DE&xmlFile=2010780

Das Problem mit der Entwicklungshilfe

In Uncategorized on 3. Mai 2009 at 20:16

Hilfe für Afrika mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Mehr solcher Videos auch zu finden unter:

http://www.ted.com/index.php/themes

Das 1. Mai Phänomen

In Uncategorized on 2. Mai 2009 at 03:49

Ich versteh es nicht, bitte hilf mir jemand, dieses 1.Mai Polizei-Demonstranten Katz und Maus Spiel zu verstehen.

Jedes Jahr pilgern 1000e Menschen nach Berlin. Auch unser Freund und Helfer in millitärischer Rüstung, die Polizei, um uns vor uns selbst zu schützen, mit Schlagstöcken, Helm und Schild. In alter Rittertradition also, oder Schlag den Mai… Aber dies ist ein anderes Thema.  Viel wichtiger ist der Punkt, dass unsere gepanzerten Beschützer in Grün von unserem selbsternannten, von uns gewählten Regierungsapperat eingesetzt werden und hier Unmengen von Steuergeldern ausgegeben werden. Sicherlich Arbeitsplätze werden hiermit viele geschaffen, jedenfalls könnten diese, unsere Steuergelder und diese Arbeitskraft und Fähigkeiten unserer grünen Leibgarde, welche dem Volk zur Verfügung gestellt wird, denn sie steht im Dienste des Volkes,  durchaus auch sinnvoller eingesetzt werden. Wie und wofür? Dazu können hier an dieser Stelle als Kommentar gerne Vorschläge gebracht werden.

Der 1. Mai, ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte mal schlechtes Wetter war am 1. Mai. Sonne, blauer Himmel, die Straßen sind voll mit Menschen aller Art und Alters. Es ist ein Volkstag. In den Straßen wird gegrillt,  getanzt, gefeiert. Man trifft sich, redet, redet auch lauter und schreit letztendlich in Chören heraus, was man denkt. Heute darf man das ja, dazu ist  doch der 1. Mai da! Kritik üben, auch mal laut werden. Aber wozu nur braucht man dafür dieses Polizeiaufgebot? Dafür dass ein paar Leute laut ihre Meinung kund tun. Die provozieren ja auch, die mit ihrer Uniform, mit ihrer Rüstung! ,  da wird man ja auch agressiv…Und die Anderen, die zweite Gruppe, warum machen die jedes Mal so einen Stress, schwarzer Block, verbirgt sich hinter stylischen Sonnenbrillen und schwarzen Masken,  längst schon eine Mode und  sucht Schutz und Legitimation für das Tun in platten, politischen Parolen, veraltet und ohne Konzept. Wogegen wird überhaupt bei diesem albernen Maitanz protestiert? Kritik, die an jedem anderen Tag geäußert werden sollte und nicht nur einmal im Jahr obligatorisch.

Was ich aber auch nicht verstehe, und hier sehe ich viel eher den Lösungsansatz: warum macht die dritte Gruppe nichts? Warum schaut ihr nur zu und schweigt, wenn die Stimmung sich aufheizt, wenn dein Nachbar plötzlich ne Flasche schmeißt oder nen Pflasterstein in die Hand nimmt, oder auf einmal mit schwarzer Maske neben dir steht? Warum warten wir, dass uns die grünen Männchen beschützen, was sie ja sowieso nicht tun. Warum lassen wir zu, dass diese Gewalt entsteht in unserem Kiez! Warum lassen wir jedes Jahr von neuem zu, dass dieser schöne Volkstagauf die gleiche Weise endet? An jedem anderen Tag im Jahr würde das nicht gehen.Warum gibt es keine bunte Eingreiftruppe, die sich zwischen Polizei und den schwarzen Block stellt? Oder direkt in der U1/15 schon ansprechen „und heute wieder Bock auf Schlägerei? Nur als Idee, einfach gerne mal offensiv verbal den Kampf suchen…

Deutschland ich frage mich, wann wirst du endlich volljährig, kommst endlich aus deiner bequemen Opferecke heraus und machst den Mund auf, wenn dir etwas nicht passt. und änderst es aber auch und wartest nicht auf Papi, damit er dir die Schuhe zubindet.

(A.V.)

Subvokal

In Uncategorized on 8. April 2009 at 22:55
Das Lesen unter der Lupe

Mein Gesichtssinn erkennt das Wort, mein Bewusstsein jedoch greift nach ihm. Einerseits mit Aktivität, mit der Sprache, andererseits mit dem Gehör (auch wenn die Töne nur imaginiert sind) als zusätzlichem Sinn. Dieser letzte Punkt nun, ist der eigentliche der Bewusstwerdung, indem ich den Text höre, verstehe ich ihn.

Vergleiche wir einmal diesen Vorgang mit Musik. Ich möchte die folgende Analogie vorschlagen. Zuerst liest man die Note, dann spielt man sie und abschließend wird sie gehört. In diesem Augenblick des Klangs erfährt man sie im Bewusstsein. Ein eindeutig langsamer Prozess bis zum endgültigen Eindruck, möchte man urteilen.

Ein geübter Musiker wäre sicherlich in der Lage den Zwischenschritt des Spielens außen vor zu lassen, wodurch die Geschwindigkeit sich sicherlich um ein Drittel erhöhen würde, wenn nicht sogar mehr. Der Prozess der Zuordnung von Notenbild und Taste oder Seite, oder dem jeweiligen Instrument entsprechend, erscheint komplexer, als die beiden sinnlichen Begriffe des Noten Sehens und endlich Hörens. Ich denke, dass der Schritt ein Wort zu sehen und dann über den Lautapparat aus zu weisen ähnlich abläuft. Dagegen spricht auch nicht, dass der Unterschied zwischen der motorischen und sprachlichen Umsetzung, des Gelesenen, ein wesentlicher ist.

Weitet man den Versuch jedoch aus, bis hin zum Akkord, gewinnt das Gedankenspiel an Spannung. Man sieht sich plötzlich vor die Frage gestellt, ob die Annahme noch zulässig ist, dass man, analog zum Einzelton, wie oben, auch hier jede Note einzeln spielt, damit sie abschließend als Gesamtklang im Bewusstsein entsteht?

Ich bin mir über einen Vergleich zur Lesetechnik momentan nicht im Klaren, der parallel zum Akkord stehen kann, oder doch?

Nehmen wir einmal an, der Gesamtklang der Akkordnoten entspräche – im Bild gesprochen, dem Inhalt eines Satzes, ober Abschnittes, vielleicht besser ausgedrückt, die Idee, die in ihm steckt oder der entsprechende Gedanke.

Nun gilt es zu fragen, wie ich mich ihr als Leser näher. Taste ich mich mit Hilfe vermittelnder Sinne an die Idee heran, oder vermag ich es, sie, gleich dem Akkord, in ihrer Gesamtheit zu erfassen?

Es ist natürlich klar, dass sich Musik und Literatur unterscheiden und so, wie einige Fachmänner ein Orchester wegen seines Klangs und nicht nur der gespielten Stücke wegen schätzen, wird der Literat

Wortjonglagen, Lautmalerein und dergleichen nicht missen wollen. Was wären Gedichte und Texte voller Mehrdeutigkeit, ohne die langsame, ruhige Auseinandersetzung mit ihnen?

Doch das ist ja auch gar nicht der Untersuchungsgegenstand. Das eben Genannte sind ja Ausnahmeerscheinungen und nicht die Textregel. Mir bleiben Zweifel daran, ob eine langsame, auf der Zunge zähgehende Lektüre das Höchste der Lesekunst darstellt. Das Gemächliche eröffnet zwar jedem Wort eine Vielzahl von assoziativen Fortführungen, was der Denkgeschwindigkeit geschuldet ist, ob es sich dabei jedoch um die Beschäftigung mit dem Text oder eher mit der, dem Leser eigenen Psyche handelt, bleibt zu hinterfragen.

Meiner eigenen Langsamleseerfahrung nach empfinde ich diese Assoziationsketten als ein störendes Abschweifen und stehe nicht selten, mit einem Tagtraum am Ende einer Seite, nur, um sie gleich noch einmal zu lesen.

Vielleicht kennt der ein oder andere den beschriebenen Zustand des Lesetagtraums selber.

Aus der Überlegung heraus, dass die höhere, optische Lesegeschwindigkeit dem Abschweifen ähnlich ist, nur um die Besonderheit ergänzt, dem Verstand regelmäßige Signale zu geben und ihn so an der Textidee zu binden, möchte ich zu einem Bild übergehen, das meine Vorstellung illustriert.

Sitzt man also an einem Text wie in einem Taxi und versucht nun dem Fahrer den Weg, den man ja noch gar nicht kennt, vorzugeben, oder anders, sich an jeder Biegung absichert, wodurch man die Fahrt unnötig in die Länge zieht, geht der Sinn des Chauffeurs verloren.

Hat man die Fahrt jedoch schon einige Male mit hoher Geschwindigkeit gemacht, bemerkt man bei jedem weiteren Male neue Einzelheiten am Wegrand.

Ich denke das ist es, worauf die Reihe der Ratschläge aus Schnelllesebüchern abzielt. Die Texte sollen überflogen werden, wodurch die Augenmuskulatur trainiert und man auf das Filtern von Signalwörtern abgerichtet wird.

Das Subvokalisieren bleibt aber auch dabei erhalten.

Ein Freund, ein natürlicher Schnellleser, antwortete mir auf die Frage, wie er denn lesen würde, dass er eigentlich nie subvokalisiere . Seine Beschreibung war folgende: Er schaut sich die Seite an (er liest sie also) und wartet ((!) [Anm.: Seine Zeichensetzung]), was die Worte für ein Verständnis ergeben. Er vertraue sich dabei selbst.

Er lässt sich wohl auf den Fahrer ein.

Meine eigenen Lesebeobachtungen haben mir den Eindruck unterschiedlicher Muskelanspannung zwischen Auge, Gehirn und Nacken hinterlassen.

Da sich solche Selbstbeobachtungen naturgemäß schwer erklären lassen und gleichermaßen schlecht übertragbar sind, soll darüber hinweg gesehen werden, falls das folgende abwegig klingt.

Auf das Experiment haben mich die zahlreichen Kommentare von Schnelllesern gebracht, in denen diese meinten, sie würden den Text aufsaugen oder sogar verschlingen. Das waren also Beschreibungen, die ich mit meiner Lesetechnik ganz und gar nicht nachvollziehen konnte. Ich machte mich also an den Versuch, eine Empfindung beim Lesen zu erzeugen, die dem Erwähnten entspricht. Das Ergebnis ist der genannte Unterschied in der Muskelspannung. Wenn ich es genau ausdrücken will, würde ich Muskelvektor sagen. Lese ich langsam und subvokalisiere, das jedoch mit vollem Textverständnis (die Geschwindigkeit beträgt in etwa 250 WpM), liegt die Spannung mehr auf den Augen. Sie ist vom Gehirn weg gerichtet, so als würde mein Bewusstsein versuchen, mittels der Augen, in den Text einzugreifen.

Gehe ich den Text mit höchster Geschwindigkeit durch, gänzlich ohne Souffleuse, bisher aber auch ohne jegliches Verständnis und versuche dabei, so viel aus dem Text zu schlucken wie mir möglich, kommt das Gefühl einem Trichter gleich, der sich von den Augen zum Genick verjüngt.

Im Moment habe ich den Eindruck, dass vieles unter meinem Gehirn vorbei fließen würde.

Soweit zu meiner körperlichen Lesewahrnehmung.

Ich tüftle gerade an einem weiteren Selbstversuch zur Wahrnehmung und werde meine Ergebnisse bei Gelegenheit an gleicher Stelle zur Diskussion stellen.

M.J.H.N.

Wertschmelz Bratengang 3

In Uncategorized on 7. April 2009 at 17:11

Der Hampelmann bunt angetan,

zur Feier des Gefichtes,

erweckt soeb’n M.J.H.N.

zum Auftritt vorm Gerichte.

Wie rüttelt er, wie schüttelt er,

wie ringt er um euch Ohren.

Doch J.H.N., die träumen schwer

und spüren nicht die Wogen.

Nun reicht es ihm, befürchtet er

ein Ende ohne Grauen,

ob dieser trägen Innenwehr,

auf die die Schläfer bauen.

Ihm knirscht der Zahn,

ihm kochts im Blut

und alles schreit

und beinah scheint‘,

aus ihm heraus da bricht die Wut,

mit strafenden Gebärden!

Sat N·a·a·a·a·a·a·m

Sat N·a·a·a·a·a·a·m

Sat N·a·a·a·a·a·a·m

Doch wie ihm so der Schaum aufsteigt,

er sieht ihn ja schon kommen,

besinnt er sich und atmet frei

Verstandes Gottes Wonnen.

M.J.H.N.: Guten Morgen Hampelmann. Was schlägst Du hier so wild Alarm? Ganz so, als wolltest Du die Toten zum letzten Ritt anspornen, mit Deinem Singesang. Lass uns doch das Scheitern häufen. Was soll’s schon? Ich nenn‘ es menschlich und damit gut.

Hampelmann: Alter Schelm! Warum trag‘ ich sie denn die Narrenhaube? Ich suchte sie mir nicht vom Hutständer herunter! Man zog sie mir gewalttätig auf, um mich von euch zu unterscheiden. Und weshalb? Was habe ich getan? Ich war Glasbläser und Spiegelschmied. Meister des Handwerks. Leider zu makellos. In meiner Tat saht ihr euch wieder, in meinen Spiegeln leider nicht. Und so gewann ich es, das Kling- und Klapperding und trag‘ es wohl schon lange. Hört ihr mein Glockenspiel im Wind, zieht ihr die Münder breit. Gewarnt, dass alles was jetzt kommen mag, des Narrens Werke sind. Zum Lachen ohne Ernst und Sinn. Nun dank ich euch, ein jedes Mal, wenn ich am Wecken bin.

M.J.H.N.: Genug der hohlen Worte. Verstehe das wer wolle.

Hampelmann: Wie schön, dass eure Herrlichkeit, endlich zur Tat zu schreiten gedenkt. Waffenrock an, Feder am Hut, den Kavalier gewaschen. Ja, so stell‘ ich mir euch Weltenretter vor.
Auf! Mir rostet noch das Schwert in der Scheide an. Da muss doch Bewegung rein!

Gesagt getan. Ein neuer Aufzug zur Eichenlichtung. Aufstellung genommen. Ein letzter tiefer Atem, saubere Waldluft. Naturreif schmückt Unkraut. Mücken frühstücken und werden von M.J.H.N. unbeachtet, einhändig klatschend, erledigt.

Schmelzwert der II.°

In Uncategorized on 30. März 2009 at 18:07

nfec1

1. Waffengang

Ein Gruß.

M.J.H.N.

Ausfall:

Finanzkrise!

Kommen wir gleich zur ersten Sache.

Das Finanzsystem wurde in unverständ-

licher Weise über seine Möglichkeit hin

ausgereizt. Dabei war schon seit längerem

vor dem so entstehenden Hohlraum gewarnt

worden.

Hampelmann

Passata di Sotto:

Ein schwacher Einstieg, den ihr wähltet!

Ein Thema von Tagesaktualität und derweil

trocken ausgelutscht, ein hohler Knochen, ich geb‘

euch recht.

Doch woher will man denn auch den richtigen Zeitpunkt

wählen, steht man doch am Glücksrad vorn?

Der eine geht der nächste kommt und das so lang die

Bank geöffnet hat.

Verlaufen alles nach der Regel des Spiels.

M.J.H.N.

Riposte:

Ein Spiel also! Nichts weiter.

Doch es ging ja auf Kosten anderer, die nun da stehen

und ihr Erspartes verloren haben. Soll denn der Rentner und

Kleinanleger für die Börsenspekulationen, in die sie keine

Einblicke hatten, zahlen?

Hampelmann

A tempo:

Ja, ein Spiel war es.

Und ging es denn auf die Kosten Unwissender?

Lässt man die offensichtlich betrogenen Rentner außen vor,

dann sieht man sich doch einer Anlegergruppe gegenüber,

die anlegten, da sie sich die leichten Gewinne sichern wollten.

Die hohen Renditen waren das Zugpferd, dass mit seinem Wagen

Spekulant und Kleinanleger zog. Erstere konnten um die Hintergründe

wissen, letztere fragten in ihrer unkritischen Art gar nicht und wollten

einfach so, ganz groß ohne Leistung, beschenkt werden.

Es hätte ja jeder wissen können, dass er sein Geld einem Spieler anvertraut.

M.J.H.N.

Filo:

Hier wird dem kleinen Mann, der seiner Bank vertrauensvoll

sein Geld hinterlegt, unterstellt, er hätte von den Umständen wissen

können und vorgeworfen, er hätte doch besser mit Misstrauen sein

Geld anlegen sollen. Da spricht ein grundlegendes Missverständnis

und trägt einen Widerspruch ins sich: Der Kleinanleger trug sein

Geld ja auf die Bank, weil er vertrauen hatte. Wenn er sein Geld

mit kritischer Art hätte anlegen sollen, hätten einige nicht die Sparkasse,

sondern sicherlich den bewährten Strumpf gewählt.

Das kann aber gerade nicht im Sinn des Systems sein.

Hampelmann

Battuta:

Mitte der ’90er Jahre Japan-, dann Asien- und schließlich zum Ende die Russlandkrise.

2000 Dotcom – Blase platzt!

Jeder hätte die Instabilität von derartigen Spekulationsvakua kennen können,

kennen müssen.

Angriff:

Schon alleine der Verantwortungsvolle Umgang mit Geld verlangt nach dem

Nachhaken, wie es denn möglich sein soll, solche Rendite zu erzeugen.

Wenn man sich jedoch nicht um die Hintergründe, sondern nur die toten Zahlen

kümmert, hat das wenig mit Bewusstsein und Verantwortung zu tun, so dass jeder

Ärger und jeder Verlust der sich selbst verdiente ist.

M.J.H.N.

Touché!

Hampelmann

Pas de touché, Schwächling!

Wir müssen den Offiziellen fragen.

Der Offizielle pellt sich übernächtigt und zwingt sich eine

Entscheidung herbei. Nein es war kein Treffer! M.J.H.N.

wurde lediglich der neue Anorak mit Gassenkot beschlissen…

Gezwungenermaßen muss er sich zur Umkleide zurück ziehen

um den Fortkampf in besserer Mode wieder auf zu nehmen.

Schmelz Wert Kampagne -I-

In Uncategorized on 24. März 2009 at 04:18
Ein heißer Tropfen auf Granit. Mein Schmelzwert gegen euch Gutmenschen!

Es gibt wohl welche unter euch, die glücklich sind, die statt Schmerz und Trauer noch weinen können. Ich, leider Gottes, gehöre nicht zu ihnen. Mir wurde ein Lachen so weit und breit in die verrückte Visage gezogen, dass es schon weh tut. Ich bin als Narr auf dieser Welt, behängt mit bunten Klingglückchen.

Ihr habt es verbockt, stur nebeneinander her hechelnd. Mitläufer seid ihr doch alle. Mitläufer, die ganz vergast haben, wo einst der Start und bald das Ziel auf ihrem Laufweg waren. Der Erste war bald der Letzte, sah er doch pausenlos wen hinter sich und schloss nun, so oft schon, von hinten wieder auf. Überrunden bis auch das Zählen geistlos ward. Aus dem Höher habt ihr ein markloses Längerziehend gemacht, der Spucke nicht wert, die Tiefe ungeschöpft ausgehöhlt.

Eure Großen, die ihr nicht versteht, stattdessen pausenlos deren Schultern zu eurer Aussicht macht, einen Zitatkranz auf dem Kopf; eine Unrechtskrone deren Verwaltung ihr nicht würdig seid, obschon ihr sie so lange tragt, dass eure Pflicht vergessen als eure Kür erscheint und ihr euch schmückt mit den Spuren, die ein Vorläufer einst ließ, nur weil auch ihr in sie hineintretet; eure Großen, die ihr nicht versteht, nannten Angst Stolz und ihr stelztet ganze Welten in diesen liquiden Untergrund. Und ihr macht es noch immer und verkehrt dazu. Aus Stolz macht ihr nun Angst, aus Bewusstsein gebildet(e) Scheuklappen. Und dennoch, trotz all dem krampft ihr Epileptiker der Hoffnung immer wieder von neuem die Füße, anstatt sie euch vor Scham abzuschlagen. Vorwärts immer, rückwärts nimmer? Das verstehe ich nicht. Dazu muss eine unheilvolle Blindheit und Verschlossenheit gehören, die es euch möglich macht, sich von eurer ganzen Vorgeschichte, was im Mindesten die ganze menschliche bedeutet, abzugrenzen und euch als Erneuerung und Rettung zu genieren. Ein Glauben an euch selber, unbegründet und bewiesenermaßen falsch, stellt ihr doch nur eine Verjüngung dar, keineswegs aber Veränderung.

Ihr habt es verbockt und treibt euren Schädel jeden Tag weiter voran, anstelle euch einmal taglang auf ihn zu stellen und die Perspektive von Unten zu nehmen.

Mein Lachen wird breiter, sehe ich doch die Leidhammel, die euren Lemmingsmarsch führen und die paar Wölfe, die der Natur geblieben sind, euch in den Abgrund zu jagen. Und was tut ihr? Ihr lauft weg! Aber nein, ich bin zu schnell, ihr lauft mit!

Nichts lässt sich mehr aufhalten, nichts lässt sich mehr entschleunigen. Alles was bleibt, werden die Wenigen sein, die die Natur mit herüber nimmt und eine neue Moral, die kommt, die den Wölfen dafür dankt, endlich das fette Vieh zerrissen zu haben. Humanismus war noch nie für alle da und deshalb fangt besser an, an euch zu arbeiten, wenn ihr die nächste Runde noch mitlaufen wollt. Wenn das Überleben mit der Welt den Wert verloren hat und nicht mehr euer Tagesgeschäft bestimmt, dann habt ihr euch selber überflüssigt. Wenn ihr den Tod nicht mehr liebt, wie wollt ihr dann die Morgensonne schätzen? Angst vor beidem! Fangt besser an zu weinen.

Hanebüchener Hampelmann

Schmelz Wert! 2ter Teil

Hampelmann!

Halt die Schnüre locker! Du hast ja recht, mit allem was Du hier schreibst, doch frage Dich mal, welchen Sinn Deine Anklage hat? Ich steige ja drauf ein, damit wir die höllische Komödie, die wir schon immer geben, mal wieder tanzen können. Doch diesmal stehl‘ ich sie Dir, die nächste Zeile, aus dem Mund! Diesmal führe ich Dich zur Stadt der Qual Erkornen, ich führe Dich zum wandellosen Leid, ich führe Dich zum Volke der Verlorenen. Denn den, der mich schuf, bewog Gerechtigkeit. Mich gründete die Macht des Unsichtbaren, die erste Liebe und Allwissenheit.

Dieses Mal übernimm Du die Rolle des Verteidigers. Lass uns fragen, welchen Zweck es hat die Menschen aufzuregen. Ich werde das also als meine Tat und Aufgabe ansehen und Du sollst Sie gegen meine Anklage verteidigen, wenn Du nichts dagegen hast. Und vielleicht kannst Du deinen Hintermann ja selber an seiner Scheinheiligkeit zum Zweifeln bringen.

M.J.H.N.


Wertschmelz -3-

Nun gut mein Freund, ich mach ihn Dir, deinen Anwalt des Teufels.
Wie auch sonst zu gleicher Zeit am gleichen Orte, denke ich? Am Montag dann, wir sehen uns in Duellmontur. Ich fich Dich windelweich!
Der Anklage gebührt der erste Streich. Auf, auf!

Humpel Mum

Jahrestag!

In Uncategorized on 13. März 2009 at 06:20

Am 13. März 1962 verhindert ein kluger Demokrat die „Operation Northwoods“.