codexhumano

Posts Tagged ‘Macht’

Kapitän Ahab und der Wahlgesang

In Gesellschaft on 11. September 2009 at 12:05

In früheren Jahren war es für mich immer relativ einfach zur Wahl zu gehen. Das Studium der Wahlprogramme brachte stets ein relativ klares Ergebnis. Das Spektrum der Auswahl war relativ klar in Schubladen zu kategorisieren. Von ganz rechts bis ganz links gab es Wahlmöglichkeiten. Ganz nach Gusto wurde gewählt. In der sich anschließenden Legislaturperiode wetterte die Opposition und deren Anhängerschaft über die unglaublich schlechte Politik der Regierungsparteien. Die eigene Wählerklientel war auch nicht immer zufrieden. Aber rechtzeitig zum neuen Wahlkampf gab man sich geläutert. Stellte neue Wahlkampfprogramme auf und alles begann von vorn. Die Wahlbeteiligung war nie besonders erfreulich, aber einigermaßen befriedigend.

Und heute? In diesen Tagen des Wahlkampfes komme ich mir vor wie Kapitän Ahab. Ich tauche jeden Tag aufs Neue in die Fluten des politischen Meeres und versuche mit der Harpune meine mir zugehörige Partei zu erlegen. Doch ich bekomme das Gefühl, dass alle Parteien gleich sind. Lediglich kleinere Abweichungen als Zugeständnis an die Stammwähler. Aber ansonsten sind alle irgendwie liberal-konservativ, links-mitte-zentrum mit Lobbyisten für alles und jeden.

Da kommen mir die Schlagzeilen der letzten Wochen in den Sinn. Und ich schüttel nur erschrocken mit dem Kopf. Da versuchen die Berufspolitiker zur Erhaltung oder zum Ausbau ihrer Macht mit jeglichen Mitteln Stimmen zu generieren. Die gute Frau Ministerin und ihre Autoaffäre machten den Anfang. Dann kommt die leidige Opel-Geschichte. Rechtzeitig vor der Wahl wurde dann die Akte „Opel“ erst einmal geschlossen. Interessanterweise mit der Kritik, dass das beschlossene Konzept nicht umzusetzen sein wird. Aber was solls? Nach der Wahl ist eh alles immer anders. Aus dem Nichts tauchen plötzlich auch alte Berichte über die Sicherheitsbedenken zum Endlager Gorleben aus dem Jahr 1983 auf. Mensch, wie schlecht das Timing mit den Tanklastern in Afghanistan ist. Wenig programmatische Streitigkeiten um die Sache. Alle sind bemüht den Ball flach zu halten. Und irgendwie wird mir schlecht.

Ich verstehe die vielen Menschen, die nicht wählen gehen. Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Kreuz der Wahl nicht tragen wollen. Es ändert sich ja eh nichts. Die sind doch alle unglaubwürdig. Erinnert Euch an den Satz von Müntefering, dass es unfair sei, Politiker an den Wahlversprechen zu messen. Mit einer überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung ist 2009 nicht zu rechnen.

Aber was nicht vergessen werden darf ist die Tatsache, dass wir das Glück haben, in einem Land zu leben, in dem es jedem Bürger erlaubt ist, seine Meinung kund zu tun. Man mag sich über die Grenzen der Anwendung dieses Grundgesetzes trefflich streiten können. Aber nur wenn wir wählen, wenn wir bereit sind unserem Bezirks-, Landtags-, und Bundestagsabgeordneten zu schreiben, Petitionen zu zeichnen, an Diskussionen im Kreis der Familie, mit Freunden und Versammlungen teilzunehmen, dann nehmen wir am demokratischen Prozess teil. Es ist mit Sicherheit eine deutliche Meinungsäußerung, wenn man nichts macht. Doch diese Form des Protests bringt nichts. Es ist ja das, was Politiker gelegen kommt. Wenn niemand aufbegehrt, dann sind die Diäten sicher! Also, auch wenn es schwer fallen mag, wenn alles als Einheitssoße daherkommt. Gehen wir wählen! Und mischen wir uns ein!

zur Entscheidungsfindung:

http://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2009/main_app.php

Bewusstsein No.4

In Ökologie on 30. Juli 2009 at 17:39

Nun ist es nicht so, dass ich in einer ländlichen Gemeinde oder einer Kommune meine Kindheit verlebte. Keine bio-dynamischen Begegnungen mit einem Demeter-Bauern.  Es ist durchaus ländlich gewesen. Bei Oma und Opa gab es Hühner, Kaninchen und auch Schweine zu besichtigen. Mal lebendig im Stall oder Gatter. Mal weniger lebendig am Haken in der Waschküche. In veränderter Form dann auch als Essen. Und wir wissen ja, wenn Oma kocht, dann schmelzen wir dahin. Weiter ging es meist mit: „Es wird gegessen was auf den Tisch kommt!“ Vielleicht liegt es daran, dass es wenig gibt, das ich nicht esse. Es gab Wurst, Butter, leckere Soßen, Braten und die ganze Palette, die auch heute an Festtagen so gern aufgefahren wird, wenn die Familie zusammenkommt. Es wurde viel gekocht. Auch verkocht. Ab und zu Obst. Und am Sonntag gab es Eis. Mit Dosenfrüchten. So war das. Später kam unsere individuelle Selbstverpflegung durch Fertig-Gerichte und Tiefkühlkost hinzu. 2 Erwachsene und 4 Kinder. Alle mit unterschiedlichen Geschmäckern und Tagesabläufen. Der Weg des geringsten Widerstandes war dann die TK-Pizza. Oder Burger aus der Plastikverpackung. Mikrowelle auf – fertig.

Verständlich wenn so insgesamt kein Bewusstsein dem Essen gegenüber aufkommen konnte. Selbst kochen kam auch nicht in die Tüte. Hätte ja wertvolle Jugend-Zeit gekostet. Als ich dann von daheim ausgezogen bin, da hatte ich auf einmal ein Küche. So richtig anzufangen wusste ich damit nichts. In der Regel waren vorhanden: Nudeln, Ketchup, Milch, Kaffee, Käse und Äpfel. Alles ausm Discounter. Alles im niedrigsten Preissegment zu finden. Ich wurde ja irgendwie satt. War nicht krank. Keine Mangelerscheinungen. Ich wusste zwar, dass es da so etwas wie die „ökologische“ Seite gibt. Aber das waren für mich die Ökos. Piefig. Total ihrem Klischee entsprechend. In der Stadt waren noch keine Bio-Supermärkte etabliert. Handelsketten zeigten noch nicht stolz ihre Bio-Produkt-Reihen hervor. Fair-Trade und „grüne“ Aktionen standen noch in den Startlöchern. Auf dem Sprung in den Mainstream.

Erst allmählich keimte in mir etwas wie Bewusstsein meiner Nahrung gegenüber. Einerseits durch Sozialisation mit den Ökos. Auf Parties oder Referats-Sitzungen bei Mitstudenten gab es dann Ökologisches. Kichererbsensalat. Obst. Gemüse-Sorten, die ich zuvor noch nie gesehen hatte. Auf der anderen Seite fing ich an, zur Finanzierung meiner Unterkunft und meines Nudeln-mit-Ketchup-Lebensstils, in Restaurant-Küchen zu arbeiten. Gute und weniger gute waren dabei. Durch diese kontrastiven Erfahrungen, der Möglichkeit Soßen aus körniger Kraftbrühe mit stundenlang eingekochten Soßen aus Bio-Fleisch einander gegenüberzuschmecken, entwickelte sich mein Verhältnis zum Essen. Ich begann immer mal ein wenig zu kochen. Vollkornnudeln mit ein wenig Zucchini und Tomaten. Ausgewählte Zutaten. Davor einen Salat. Und danach etwas Obst. Und ich war gesättigt. Dazu Wasser oder Tee. Lecker. Und so bin ich auch heute noch öfter auf der Suche nach leckeren Dingen. Probiere sie aus. Genieße die Atmosphäre in einer Küche. Mit seinen Gästen kochen, reden und einen schönen Abend zu verbringen. Auch mir fehlt manchmal die Zeit oder auch die Lust, und da greife ich auch schon mal zur TK-Pizza oder hol mir ne Curry mit Pommes Schranke. Habe einen Jieper auf die verteufelte Imperialisten-Brause. Oder ich biege mangels Elan vorzeitig mit meinem Fahrrad ab und kehre im Kaufhaus ein. Weil ich ja auch noch eine neue CD wollte. Mit Blick auf jeden Einzelnen mündigen Erwachsenen sind mir deren Essensgewohnheiten relativ egal. Aus den Fernsehbildschirmen ertönen mittlerweile jeden Tag die „Starköche“, die einen bewussten Umgang mit Nahrung predigen. Dazu noch einen Verweis auf ihre Restaurants oder Kochbücher hinterher schieben. Bio-Siegel. Lebensmittelskandale. Gammelfleisch. In Berlin werden Fotos und Namen von nicht einwandfreien gastronomischen Einrichtungen veröffentlicht.http://www.berlin.de/ba-pankow/verwaltung/ordnung/smiley.html Analog-Käse. Ich bin da, leider oder glücklicherweise, nicht so informiert, inwieweit mangelnde Bewegung und „ungesundes“ Essen das Gesundheitssystem beanspruchen. Ich fühle mich wohl wenn ich mich einigermaßen ausgewogen, abwechslungsreich und in meinen Augen „gesund“ ernähre. Blase nicht moralisierend in Hörner. Beschwere mich nur am Rand über die Unfähigkeit seitens des Gesetzgebers die Verbraucher ausreichend zu schützen. Ich bin ja auch noch beim Fine-Tuning. Bio-Äpfel aus Neuseeland sind nicht unbedingt ökologisch. Ein langer Prozess eben. Über Stock und über Stein. Ob sich jemand seinen Körper bewusst macht oder nicht ist jedem selbst überlassen. Nur wenn es um Kinder geht, sollten wir noch mehr gesellschaftliches Bewusstsein entwickeln. Mangelnde Bewegung und unzureichende Ernährung sollte nicht der Lebensentwurf von Kindern sein. Verantwortung auf die betreffenden Eltern abzuschieben ist einfach, macht es aber auch nicht besser.

Links:

http://www.dge.de/

http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:%DCbergewichtige-Kinder-Generation-XXL/524828.html

http://www.mobydicknetzwerk.de/

http://www.unicef.de/4263.html

(C.M.)

(d)ICHotomie des Lebens?

In Gesellschaft on 24. Juni 2009 at 18:44

Es ist bereits kein allzu neues Phänomen mehr. Jeder kann immer und überall jedem seinen gegenwärtigen Gemütszustand oder Aktivitäten offenbaren. Dann wird es in die Welt „gezwitschert“ oder dazu genutzt Freunden oder Fremden seinen „Space“ zu zeigen. Wenn ich mir sonst über diese Dinge Gedanken gemacht hatte, dann deshalb, weil nur allzu viele Menschen allzu sorglos mit ihren Daten umgehen. Aber in letzter Zeit beschäftigt mich dabei ein anderer Aspekt. Vor einiger Zeit stoße ich auf eine Status-Meldung, bei der eine junge Dame beklagt, dass einer ihrer Nachbarn sein unverschlüsseltes W-Lan nun verschlüsselt hätte. Anstatt aber sich nun für diesen Menschen womöglich zu freuen, darüber dass dieser nun nicht mehr so leicht ausgenutzt werden kann, beschwert sich die Frau auf Bitterliche und schreckt auch nicht zurück ihn auf gröbste Art und Weise zu beleidigen. Und es ging noch weiter. Die Frau, fragte via Internet ihre „Freunde“, zu den ich merkwürdigerweise auch gehöre, obwohl ich sie nicht kenne, ob nicht jemand bereit wäre, für sie einen Internet-Vertrag abzuschließen. Sie selbst könnte wohl nicht, weil sie Einträge in der Schufa hätte. Was soll man davon halten? Sie hatte es ernst gemeint. Ich bezweifle, dass diese Ausformung menschlicher Egozentrik jemals großartig anders strukturiert war. Womöglich ist die Fixierung auf seiner Selbst ein natürlicher Teil der menschlichen Natur. Jedoch bezweifle ich, dass Mutter Natur dies so vorgesehen hat, wie es häufig praktiziert wird. Dass wir nach Nahrung streben – okay. Dass wir ein Heim – eine eigene Höhle unser Eigen nennen wollen – okay. Jedoch vermehrt die Ellenbogen ausfahren? Gleich worum es geht? Es ist schon stark vereinfacht skizziert. Es steht außer Frage, dass gewisse Formen menschlicher Interaktion Konflikte hervorbringen kann. Nur gebietet doch die gute Sitte niemanden auszunutzen oder zum eigenen Wohl schlecht zu behandeln. Moral? Jemand, der bei sich ist und so erkennt, dass er womöglich dieses oder jenes in seinem Leben verändern möchte, der kann auch andere nachteilig damit beeinflussen. Partner, Chefs, Mitarbeiter oder die Familie. In diesem Zusammenhang geschieht es jedoch aus gänzlich anderen Beweggründen als Liegstuhl-per-Handtuch-Reservierungen auf Mallorca. Genauer gefragt: Sind wir Opfer der Umstände? Oder kommt es direkt von uns? Eine Mischung? Bedingt aus den gesellschaftlichen Entwicklungen? In einem Klima des Wettbewerbs, das nicht nur im Beruf auf die Menschen wirkt, sondern gleichermaßen im Familienkreis oder durch Freunde vermittelt wird, lernen wir früh: Es ist nicht das Schlechteste, der Beste zu sein. Oft auch gleich mit welchen Mitteln dies erreicht wird. Dieser Eifer unsere 4jährigen Sonnenscheine in Elite-Kindergärten stecken zu wollen? Oder selbige zu vernachlässigen, weil sie nerven und einen in seiner Zeit- und Freizeit-Planung doch beeinflussen? Hätte einem ja früher gesagt werden können. Oder ist dies normal? Das womöglich, in Anlehnung an Paul Nolte´s Generation Reform, wir uns eine kleine Welt aufbauen. Mit Sicherheit und Wohlbehagen. Und was da draussen – ausserhalb der Sippe – geschieht, ist dann die Jagd. Und somit alle Mittel erlaubt. Es heißt ja auch, dass der Mann von seiner Natur her nicht monogam angelegt sein kann. Fragen über Fragen. Nicht das wir uns falsch verstehen. Streben nach etwas. Sich Träume erfüllen. Hart zu arbeiten. Sich etwas aufbauen. Alles kein Thema. Jedoch: Wenn das eigene Handeln andere ganz wesentlich in ihrer Freiheit beraubt – wenn das eigene Handeln zu Lasten anderer Personen geht, sei es emotional oder auch materiell – dann ist dies schlecht. Mehr nehmen als geben. Die ungeteilte Zweiteilung des Seins. Böse. Pfui. Es heißt doch so schön: Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Ich jedenfalls finde es traurig. Viele Menschen lassen sich in Gefüge und Systeme integrieren, die dauerhaft und gravierend zu ihren Lasten gehen. Stumpfen irgendwie ab. Folgen irrigen Vorstellungen zu Glücks- und Seligkeitsversprechen. Nutzen Menschen aus. Kosten mit jeder Faser potentielle Macht im Leben aus. Oder täusche ich mich etwa? Alles halb so wild? Kein Ich will – Ich brauch – Ich muss – Ich Ich Ich? Gut, stark vereinfacht. Überzogen. Aber dadurch nicht weniger bedenkenswert. „Wer Genügen findet am Genügenden, der wird immer genug haben.“ (Lao-Tse. Kap.48)

Flimmerkummer

In kurz erwähnt on 3. Juni 2009 at 23:36

Wenn man sich den Teasern zu neuen Entertainment-Shows nicht entziehen kann, liegt es einfach daran, dass sie einfach immer und überall auf einen einprasseln. Via TV, Plakat, Einblendung im Internet oder Radiospot. Bei „Schlag den Raab“ kriegt er nicht links und rechts eine verpasst und offenbart uns dadurch solch Events wie Eisfussball oder Autoball oder Turmspringen oder WOK-Sport oder oder oder. Daneben verkleiden sich Menschen, stellen ihre Ideen im Fernsehen vor. Nicht so unterhaltsam wie Dittsche wenn er mal wieder eine „Weltidee“ offenbart. Nein, Hundeklappen für Mietwohnungen stehen zur Disposition. Weil ich in Berlin-Friedrichshain im sechsten Stock meines Mietshauses eine Hundeklappe samt Rollade installiere, damit mein Bello selbstständig auf den Gehweg kacken kann? Daneben erscheinen unsere allseits geliebten und handverlesenen Prominenten in Chart-Shows, beim Promi-Kochen und -golfen. Promi-Schiffe versenken. Promi-Sendung-mit-der-Maus-Show und so weiter. Stets die gleichen Fratzen grinsen uns chronisch aus der Flimmerkiste ins Gesicht. Wer sich fragt, warum er schlechte Laune hat, sollte sein Fernsehverhalten einer kritischen Prüfung unterziehen. Andererseits ist es gar keine schlechte Erfindung. Denn seit dieser impertinenten Fernsehformat-Anbieterei, die leider ernst und nicht ironisch auf (fast) allen Kanälen zu finden ist, ist es leicht einen Grund zum Abschalten zu finden. Nur ist es leider ein rein subjektiver Würgereflex, der mich erfasst. Der Markt ist scheinbar noch nicht übersättigt, da noch genügend Menschen diesen schablonesk produzierten Kram konsumieren.

Nach wie vielen Tagen ist eigentlich die, vom Marcel, unserem Lieblingskritiker, angestossene Medienkritik wieder aus denselbigen verschwunden?

Wer hat umsetzbare Konzepte zur Hand, mit deren Hilfe wir die Menschen vom Fernsehen, Computer und den Konsolen loseisen können? Vielleicht eine große PR-Kampagne fahren, dass gesunde Ernährung, Bewegung und Naturverbundenheit und der andere interessante Kram im Leben das neue „Must have“ im Leben ist?

(C.M.)

Hätte mir ja früher einer sagen können, dass…

In Gesellschaft on 22. Februar 2009 at 15:07

…es so einfach ist. Seit Jahren zermarter ich mir immer wieder über verschiedene Fragen mein Hirn. Eine von ihnen setzt sich mit dem Thema Gesellschaft auseinander und wie wir Menschen zusammen in einer Gemeinschaft leben können, in der die Maximen Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit lauten. Aber da bin ich ja nicht allein als Einzelperson. Viele Menschen, Initiativen und Gruppierungen rätseln über die effektivsten Möglichkeiten. Mit einer weitestgehend als naiv bewerteten Grundeinstellung letztlich weltweit Frieden, Freiheit und Gleichheit erreichen zu wollen. Aber wie ich jetzt erfahren habe, sind alle Theorien vom bedingungslosen Grundeinkommen, einer Reichensteuer, unbedingten sozialen Gesellschaften zu kompliziert. Anstatt Veränderungen zu praktizieren reicht schon ein einfaches Vorgehen um das Wohl der Bundesrepublik zu sichern. Jedenfalls wenn man einem Satz Beachtung schenkt, welchen Hans-Olaf Henkel bereits im Februar 2008 in einer Fernsehsendung formulierte. Henkel, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie sagte in der Sendung Studio Friedman am 07.02.2008

Wir brauchen mehr reiche Leute!

Klar, wieso haben wir alle nicht früher daran gedacht. Schließlich zahlen die Reichen mit jeder Million, die sie  beispielsweise jedes Jahr mehr als Bonuszahlung erhalten ja auch Steuern. Und je mehr Geld die Reichen dem Staat bringen, desto mehr könnte dieser dann verteilen. Mit anderen Worten, wir brauchen nur weiter so machen und die bisherigen unhaltbaren Verhältnisse, die es definitiv in vielen Gesellschafts- und Lebensbereichen gibt, vielleicht noch weiter auf die Spitze treiben.

Nur einen Punkt müsste mir noch jemand erklären. Und zwar, worin jetzt wirklich die  Offenbarung stecken sollte, dass eine Million Euro bei einer Person besser sein soll als 10.000 Menschen die 100 Euro bekämen. Wieso ist es notwendig mehr Reiche zu haben als Millionen, die ein wenig mehr zum Leben hätten?

In der gleichen Sendung offenbarte Herr Henkel seine Sympathie für die FDP. Wer hätte das gedacht?

(C.M.)

Das eigene Quantum Macht

In Gesellschaft, Nicht lachen - machen! on 16. Januar 2009 at 11:56

In einer, dieser, unseren Zeit, wo ja jede Meinung irgendwie aktzeptiert wird, ist ja deine und ich bin tolerant, wenn ich es nicht wäre, ich meine das Tollerant sein: Auweia! Braut sich hier mit der Zeit etwas zusammen, was ich Inkonsequentz nennen möchte. Inkonsequenz, das Gegenteil von Konsequenz, kein neues Wort und doch so neu, dass es einigen Menschen vielleicht neu erscheint oder nicht bekannt ist. Der Sinn dahinter ist ja eigentlich uralt, man schaue auf die alten Tugenden der Ritterzeit, der Helden, ein Mann, ein Wort. Heutzutage im Zeitalter der Gleichberechtigung der Geschlechter heißt dies ein Mensch ein Wort.  Aber doch weitgefehlt. Denn wieviele Menschen in deinem Umfeld sind denn wirklich so konsequent und setzen in die TAT um, was vorher lang und breit das WORT vorwegnahm? Ich möchte mich an dieser Stelle nicht darüber auslassen, wieviel Gerede, Smalltalk, Debatten und Brainstorms die Welt wirklich braucht, nein, vielmehr geht es um die Folge der Tat, das Umsetzen des Vorhergesagten.

Mir geht es auch darum, die Einstellung eines Jeden zu Prüfen. Ja es hat vielleicht etwas biederes, sogar etwas beängstigendes, wenn man sich wieder Gedanken darüber machen muss, was der Nachbar von einem denkt, aber mal ehrlich, jeder Mensch in unserer Umgebung geht uns doch etwas an! Das hat ja auch etwas mit Respekt zu tun, mit Fürsorge. Sag ihm doch deine Meinung ins Gesicht! Sag ihm was du von seinem TV Konsum hälst, davon dass er bei Aldi immer die billigsten Nahrungsmittel einkauft, dass er seinen Müll immernoch nicht trennt, dass den ganzen Tag sein PC auf Hochtouren läuft, obwohl er nicht zu Hauseist, dass seine Stereo-Anlage immer auf Standby läuft, dass er sich an einem Massenkonsum beteiligt, der unsere Welt zerstört und auch dazu beiträgt, dass es Kriege gibt auf unserer schönen Erde. Kriege, deren Nährstoff  auch Armut und Hunger ist.

Immer wieder steht der Satz im Raum. Ja, aber ich als Einzelner kann doch nichts tun, ich bin nicht mächtig genug. Und immer wieder kommt gebetsmühlenartig die Antwort zurück, doch DU kannst etwas bewirken.  So abgedroschen dieser Satz ist, so wenig wurde er verstanden oder ernst genommen. Die Frage ist ja tatsächlich was du tun kannst? Was kannst du denn tun? Ja, was stört dich denn überhaupt? Und wenn du eigentlich ganz zufrieden bist, weil läuft ja alles, dann hebe doch deinen Blick mal über den Tellerrand von Europa, was siehst du denn dort? Wer arbeitet denn dort für DICH und deine Zufriedenhein, für deinen H&M  Pullover, für deine in CHina produzierte Jacke,  zu Menschenunwürdigen Bedingungen? Es ist doch moderne Sklaverei, nur dass du davon vielleicht nichts weißt, oder nicht wissen willst, verdrängst, oder dir die Informationen fehlen. Wenn du es weist, dann schließ dich uns an. Und wenn du es verdrängst, dann bitte frage dich doch, was bist du für ein Mensch, der dumpf und kaltblütig wie ein Kindersoldat Menschen mordet mit dem Einverständnis seines  Konsumverhaltens und Toleranz des Systems und unseren Lebensumständen? Das mag hart klingen, der Vergleich eines Kindersoldats mit einem Otto-normal Konsumenten, der ZUsammenhang ist im Wissen um die Herstellung zu finden, in den Lebensumständen des Arbeiters, im Wert des Produktes. Eine Hose kann nicht nur 4 Euro kosten bei Kik, wie soll das gehen, ohne dass mindestens ein Produktionsposten unterbezahlt ist? Ein Computer kann nicht monströs billig sein, wenn man die Rohstoffe und die Produktion wirklich preislich fair handelt. Das wusste schon der alte Marx und Kapitalismus ist ja nicht gundätzlich schlecht. Schlecht können nur wir Menschen sein, die dieses Modell falsch anwenden.

Jeder von uns hat Macht. Sei sie noch so klein geredet, noch so tief in uns vergraben, noch so verdeckt von täglichen Medienrausch, Nachrichten, Propaganda.  Es geht hier vor allem darum, die Teilung unseres Lebens in Arbeit und Freizeit aufzuheben. Es geht mir nicht nur darum, zu fragen was du in deiner Freizeit machst, sondern auch, was du in deinem Job verändern kannst und zu einer besseren Welt beitragen kannst.

DU arbeitest in den Medien? gut für dich,  was ist deine Aufgabe? Doch die, Menschen zu informieren, mit Wissen zu versorgen, auch zu unterhalten, aber bitte achte doch darauf, dass ein gewissen Niveau nicht unterschritten wird, im Gegenteil! Setze es hoch. Du bist Arzt? Ein ehrenwerter Beruf, bitte nutze ihn dafür auch mal deine Patienten zu fragen, was ihnen am Herzen liegt, warum sie krank sind, und nicht gleich automatisch Medikamente verschreiben, auch wenn sich deine Lobby, die Pharmaindustrie dadurch  etwas weniger bereichern würde. Du arbeitest als Künstler? dann sag mir doch, was das Wesen der Kunst ist, was ist dein Auftrag? DU hast die Möglichkeiten viele Menschen zu berühren, bitte gehe mit dieser Macht sorgsam um und pass auf, was du sagst und was du verkörperst. Du bist Verkäuferin? dann bist du auch Beraterin! Empfehlungen sind Gold wert, du hast die Macht, deinen Kunden die besten Produkte zu empfehlen. Produkte die sauber, fairtrade, ökologisch angebaut und vertrieben werden.  Du bist Manager? ja was organisierst du denn? Welche Projekte du voran treibst und welche nicht, liegt in deiner Hand. Investiere deine Fähigkeiten und Menschenfreundliche Projekte. Wenn dein Gehalt über dem deiner Brüder, Familie, Freunde liegt, dann spende diesen Betrag zum Wohle Aller.  Jeder Beruf, jede Tätigkeit beinhaltet Macht, werdet euch dieser bewusst liebe Mitbürger und setzt sie zum Wohle aller ein. Mensch, Tier, Natur, Mutter Erde.