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Kapitän Ahab und der Wahlgesang

In Gesellschaft on 11. September 2009 at 12:05

In früheren Jahren war es für mich immer relativ einfach zur Wahl zu gehen. Das Studium der Wahlprogramme brachte stets ein relativ klares Ergebnis. Das Spektrum der Auswahl war relativ klar in Schubladen zu kategorisieren. Von ganz rechts bis ganz links gab es Wahlmöglichkeiten. Ganz nach Gusto wurde gewählt. In der sich anschließenden Legislaturperiode wetterte die Opposition und deren Anhängerschaft über die unglaublich schlechte Politik der Regierungsparteien. Die eigene Wählerklientel war auch nicht immer zufrieden. Aber rechtzeitig zum neuen Wahlkampf gab man sich geläutert. Stellte neue Wahlkampfprogramme auf und alles begann von vorn. Die Wahlbeteiligung war nie besonders erfreulich, aber einigermaßen befriedigend.

Und heute? In diesen Tagen des Wahlkampfes komme ich mir vor wie Kapitän Ahab. Ich tauche jeden Tag aufs Neue in die Fluten des politischen Meeres und versuche mit der Harpune meine mir zugehörige Partei zu erlegen. Doch ich bekomme das Gefühl, dass alle Parteien gleich sind. Lediglich kleinere Abweichungen als Zugeständnis an die Stammwähler. Aber ansonsten sind alle irgendwie liberal-konservativ, links-mitte-zentrum mit Lobbyisten für alles und jeden.

Da kommen mir die Schlagzeilen der letzten Wochen in den Sinn. Und ich schüttel nur erschrocken mit dem Kopf. Da versuchen die Berufspolitiker zur Erhaltung oder zum Ausbau ihrer Macht mit jeglichen Mitteln Stimmen zu generieren. Die gute Frau Ministerin und ihre Autoaffäre machten den Anfang. Dann kommt die leidige Opel-Geschichte. Rechtzeitig vor der Wahl wurde dann die Akte „Opel“ erst einmal geschlossen. Interessanterweise mit der Kritik, dass das beschlossene Konzept nicht umzusetzen sein wird. Aber was solls? Nach der Wahl ist eh alles immer anders. Aus dem Nichts tauchen plötzlich auch alte Berichte über die Sicherheitsbedenken zum Endlager Gorleben aus dem Jahr 1983 auf. Mensch, wie schlecht das Timing mit den Tanklastern in Afghanistan ist. Wenig programmatische Streitigkeiten um die Sache. Alle sind bemüht den Ball flach zu halten. Und irgendwie wird mir schlecht.

Ich verstehe die vielen Menschen, die nicht wählen gehen. Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Kreuz der Wahl nicht tragen wollen. Es ändert sich ja eh nichts. Die sind doch alle unglaubwürdig. Erinnert Euch an den Satz von Müntefering, dass es unfair sei, Politiker an den Wahlversprechen zu messen. Mit einer überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung ist 2009 nicht zu rechnen.

Aber was nicht vergessen werden darf ist die Tatsache, dass wir das Glück haben, in einem Land zu leben, in dem es jedem Bürger erlaubt ist, seine Meinung kund zu tun. Man mag sich über die Grenzen der Anwendung dieses Grundgesetzes trefflich streiten können. Aber nur wenn wir wählen, wenn wir bereit sind unserem Bezirks-, Landtags-, und Bundestagsabgeordneten zu schreiben, Petitionen zu zeichnen, an Diskussionen im Kreis der Familie, mit Freunden und Versammlungen teilzunehmen, dann nehmen wir am demokratischen Prozess teil. Es ist mit Sicherheit eine deutliche Meinungsäußerung, wenn man nichts macht. Doch diese Form des Protests bringt nichts. Es ist ja das, was Politiker gelegen kommt. Wenn niemand aufbegehrt, dann sind die Diäten sicher! Also, auch wenn es schwer fallen mag, wenn alles als Einheitssoße daherkommt. Gehen wir wählen! Und mischen wir uns ein!

zur Entscheidungsfindung:

http://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2009/main_app.php

So einfach kann es sein!

In Aktuell on 22. April 2009 at 15:37

Von der Startseite meines Internetbrowsers schimmert mir das Logo des weltweit größten Suchmaschinenanbieters in charming grün und blau entgegen. Tag der Erde. Heute. Und unweigerlich komme ich in Versuchung, mir zu überlegen, was denn ein Tag der Erde überhaupt bringen soll. Ist es wie beim Kindertag? Nein, heute bin ich mal lieb zu meinem Sprössling und geb ihm nur auf die linke Wange eine richtige Watschen – ist ja schließlich Kindertag!? Ich stell mir vor, wie an irgendeinem Seitenarm eines größeren Flusses in China die armen Gehilfen geldgieriger Geschäftemacher auf ihrem giftigen, leck-geschlagenen Fässern sitzen. Heute verunreinige ich das kühle Nass nicht, mag einer zu sich sagen. Und die Menschen werden es ihnen danken und erst einen Tag später an einer möglicherweise durch das Gift verursachten Krankheit erliegen. Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen, dass wenn das Abladen von Abfällen am Fluss nicht generell verboten wird, sich nichts ändern wird? Lediglich 5 Tage würden dank der jährlichen Tage der Erde herausspringen. Wir brauchen die richtigen und durchgreifenden Gesetze! BÄMM! Ab 2020 darf es keine Autos mit Treibstoffantrieb aus nicht-regenerativen Quellen mehr geben. Aber nein. Heute machen wir uns mal was bewusst zum Thema Erde und morgen holen wir uns die Abwrackprämie. Da verwundert es nicht, dass sich einige in Galgenhumor flüchten.

Ein anderes Beispiel. Wie jeden Morgen zappe ich zum Kaffee am Morgen durch die Programme. Hätte man nicht so ein dickes Fell und so viel Humor wie ich, dann würde man über kurz oder lang an den Gestalten und Themen hinter der Glasscheibe stimmungsmäßig zu Grunde gehen. Jedenfalls erbarmte sich der großartige Sender Pro7, für den heutigen Tag „grünes“ Programm zu senden. Sagt der Sender, der mit dem Ausstrahlen des Raab-Events und den darin vorkommenden sinnlosen Spielchen, unnötigerweise Strom verballert. Muss ja bis ins letzte alles ausgeleuchtet werden. Und wofür? Ja, das liebe Geld. Business is business. Jedenfalls wurde jeder Werbeblock mit dem besonderen Verweis auf das neue Modell des Samsung LED TV begonnen, der so unglaublich grüne Werte aufweist. Die grünen Werte bestehen darin, dass er mit vielleicht 130 Watt Energieaufnahme beim Betrieb lediglich 50% der üblichen Menge Leistung aufnimmt wie vergleichbar große Geräte von Konkurrenten. Löblich. Das dies immer noch gut ungefähr 80 Watt über der Leistung leigt, die ein kleiner feiner popliger 40cm Fernseher verbraucht ist dabei nicht soooo wichtig. Letztlich ist das für solche Ungetüme ein hervorragender Wert. Und Fernsehen soll ja auch grandios sein. Viele Farben, gestochen scharf und mit 1a-Sound. Wen wunderts eigentlich noch?

(C.M.)

Berufswahl

In Gesellschaft on 31. März 2009 at 19:40

oder: Ramona und Rene stecken doch in jedem von uns.

Jeder steht mindestens einmal in seinem Leben vor der Frage nach der Berufswahl. Was will ich werden? Wo will ich hin? Einige streben dabei eher nach Selbstverwirklichung. Andere nach dem schnöden Mammon. Mein Haus, mein Auto, meine Frau, die ich mit meiner Sekretärin betrüge.
Es ist schon eigenartig, dass seit mehreren Jahren in zyklischen Bahnen die Bildungsmisere der Bundesrepublik beweint wird. In der Umsetzung streiten sich die Leistungsprinzips-Befürworter mit alternativen Schulformen-Propagandisten, die dem Kind die Wahl lassen. In allem die Wahl. Womöglich anti-autoritär und liebend gern harmonisch. Bitte, gern. Die Wirtschaft beklagt die mangelnde Qualifikation ihrer Bewerber. Die Lehrer beklagen die Überlastung. Und die Politiker? Die Politiker sind natürlich eifrig am diskutieren. Das kann sich über mehrere Legislaturperioden erstrecken. Die eigenen Kinder sind ja dank der Diäten und außer-parlamentarischen Bezüge in „Nebenjobs“ abgesichert. Es wäre durchaus interessant einmal statistisch zu erheben, ob die Sprösslinge der Abgeordneten sich mit dem Pöbel auf einer staatlichen Schule herumschlagen müssen. Insgesamt liegt die Lösung doch so nah.

Wir lösen die gymnasiale Oberstufe auf. Nun, nicht ganz auflösen. Eine Einführung von Schulentgelten würde schon reichen. Die Lehrer würden lediglich die elitären Kinder unterrichten. Das ganze Gerede von gesellschaftlicher und sozialer Gerechtigkeit verhindert letzten Endes die Lösung des Problems. Aufstiegschancen? Wozu? Die Elite bleibt die Elite. Die scheinbaren Aufsteiger können mit einem guten Gehalt in Alibi-Jobs ruhig gestellt werden. Und der Rest? Der Rest hat nach der 8. Klasse die Schule abgebrochen. Viel zu viel Lebenszeit des Menschen, in seiner Funktion als Ressource, geht für Qualifikation drauf. Früher sind die Buben doch auch durch die Stollen und Schächte gerobbt? Learning by doing – or die tryin´. Vorbilder gibt es doch überall, die zeigen, dass es auch anders zu gehen scheint.

Da wären Ramona und René. Ramona und René waren in einer dieser so genannten „Reality-Doku“ zu sehen. Der Plot: René dreht Erotik-Filme und Ramona hat auch schon solche Filme gedreht. Ist aber nun eifersüchtig, weil René mit einer Darstellerin simst. Aber der große Stein des Anstosses ist, dass Ramonas Mama nicht versteht, dass ihre Tochter solche Filme dreht. Insgesamt sehr unterhaltsam. Durch einen Zufall spielt ein Bekannter, Ramonas Mama Bilder ihrer Tochter zu. Und ein Freund des Paares hat klammheimlich eine DVD mit ihrem Porno entwendet, der nun in die Hände der Mama zu fallen droht. Es folgen Aussprachen mit Renés Mama, die ihren Pimper-Nachwuchs cool findet und Ramonas Mama, die tief enttäuscht ist von ihrer Ramona. Es folgt ein Happy End. Denn Ramona möchte keine Filme mehr drehen. Und alle haben sich wieder lieb.

Einige Wochen später grinst den Zuschauer erneut Ramona durch die Flimmerkisten-Mattscheibe an. Diesmal ist Ramona geil. Ja, Ramona ist geil. Aber René hat nach der Arbeit einfach keine Böcke auf seinen steilen Zahn. Kubrick hätte es besser nicht inszenieren können. Die Kamera filmt über Renés Schulter, während er mit der Fernbedienung in der Hand durchs Programm zappt. Neben dem Fernseher steht seine Angebetete, oder eben auch nicht so sehr Angebetete, in Dessous. Ein wenig unheiss vom Körper, ein bisschen verbraucht durchs Solarium, Tattoo am Bauch und blonde Strähnchen. Mensch, da steht die arme Ramona und will doch nur beglückt werden. Immer wieder berichtet Ramona der Kamera, wie sehr sie doch darunter leide. Arme Ramona.

Mit ein wenig Recherche – Google – kann der geneigte Fan erfahren, dass Ramona und René für den Streifen „Stutentausch – Vol.1“ im Hardcore-Bereich vor der Kamera standen. René wahrscheinlich mehr als Ramona.

In dieser Reportage war auch Annina zu sehen, die gerade im Big Brother-Haus ihrem Freund oder Bekannten oder wem auch immer, regelmäßig das Rohr reinigt. Mit der Hand oder dem Mund. Egal. Was muss – das muss. In dem erwähnten Beitrag berichtet sie von ihrer vorangegangenen Nacht, in der sie zwei junge Österreicher vernaschte und sexuell voll auf ihre Kosten kam.

Oder eine junge Dame. Daniela. Daniela machte sich auch mit Reality-Dokus einen Namen. Es wäre wohl falsch davon auszugehen, dass sie berechnend mit 13 schwanger und dadurch zig Mal durch Doku-Reihen begleitet wurde. Die „jüngste Mama Deutschlands“ war wahrscheinlich einfach nur doof. Oder naiv. Oder beides. Heutzutage, sieben Jahre nach der Geburt des Kindes, kann es schon mal vorkommen, dass diese Dame auf einmal verheiratet ist. Und sich in einem Koch-Battle mit ihrer „Schwiegermutter“ misst.

Was uns diese Beispiele zeigen? Wer braucht denn Qualifikation? Diese sich ungebremst vermehrenden Reality-Formate bestehen voll und ganz ohne Qualität und Qualifikation. Es wäre doch gelacht, wenn wir nicht alle Menschen in dieses System integrieren könnten. Bei RTL hat letztens auch eine Agentur-Chefin geklagt, dass es so wenig Nachwuchs gibt. Ihr fehlen die Familien, die ihre Kinder schlagen, in denen die Partner fremdgehen und alle Beteiligten so erfrischend „echt“ sind. Gehen wir es an. Ich sehe überall Potenzial. Das Ziel heisst:

Sei geil – sei doof – sei schwanger – und sei so Teil einer Reality-Doku. Deutschland – Du hast das Fernsehprogramm, das Du verdienst.

(C.M.)

Bundesrechnungshof

In Gesellschaft, Politik on 20. Februar 2009 at 12:25

Der Bundesrechnungshof war für mich immer eine ganz besondere Institution. In meinen Augen waren die jährlich in den Medien offenbarten Berichte etwas besonderes. Der Rechnungshof ertappte die Verschwender von Steuergeldern. Und das wurde dem Bürger via Zeitung und TV präsentiert. In meiner naiven Vorstellung war ich felsenfest davon überzeugt, dass viele Ministerien sich ein Beispiel daran nehmen würden. Und bei den Erwischten handele es sich auch nur um Einzelfälle. Recht sollte ich nicht behalten. Auf der Homepage des Rechnungshofes ist zu lesen:

Der BRH prüft die Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes. Gegenstand seiner Prüfungen sind die jährlichen Einnahmen und Ausgaben des Bundes von über 540 Milliarden Euro. Ebenfalls geprüft werden die Sozialversicherungsträger und das Handeln des Bundes bei privatrechtlichen Unternehmen, an denen er beteiligt ist. Insgesamt sind dies vielfältige Aufgaben in unterschiedlichen Bereichen, z.B. Verteidigung, Straßenbau, Steuern oder die Betätigung des Bundes z.B. bei der Deutschen Bahn AG, der Post AG und der Telekom AG.

Was für eine gute Institution. Beim Weiterklicken stolperte ich aber über das Wort „stichpunktartig“. Bei 600 Mitarbeitern wäre jeder für etwa 1 Milliarde Euro zuständig. Wenn ich mein Quittungswirrwarr daheim bedenke, dann mag ein Job beim Rechnungshof nicht erstrebenswert sein. Aber was heisst eigentlich stichpunktartig? Mich würde interessieren, ob es sich um Größenordungen von 5, 10 oder 50% handelt. Stichpunktartig kontrollieren ist ja bekanntlich besser als gar nicht. Aber inwieweit daraus eine nachhaltige Strahlkraft des Rechnungshofes entsteht ist fraglich.

Der Bericht des Rechnungshofes für 2008 steht zum download bereit. Und beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses fröstelte mir ein wenig.

Unzureichende IT-Strategie und keine messbaren Handlungsziele bei IT-Maßnahmen des Bundesarchivs – Zögerliche Einführung eines umfassenden Qualitätsmanagements – Flugfunk-Prüfungen weiterhin nicht kostendeckend – Zu große Büros kosten Deutsche Rentenversicherung Bund jährlich Millionenbeträge – Bundesministerium untätig trotz finanzieller Nachteile für den Bund – Bundesministerium übergeht Parlament – Unnötige Mehrkosten von 18,1 Mio. Euro bei geplanter Bundesstraße bei Bad Kissingen – Bundeswehr mietet ungeeignete Flugzeugschlepper und zahlte dafür bereits 2,7 Mio. Euro – Soldaten jahrelang ohne Vertrag und Ausbildungsplan bei der Industrie beschäftigt – und so weiter und so fort

Gut, fairerweise muss erwähnt werden, dass auch positive Entwicklungen und Einsparungen vermerkt sind. Im Vergleich überwiegen jedoch die Anmahnungen und verschwendeten Steuergelder. Eine Frage, die durch meinen Kopf geistert lautet: „Wenn das stichpunktartig festgestellte Zustände sind, wie schaut es dann in den nicht-geprüften Arbeitszimmern aus?“

Bei der Lektüre des Berichts  fordert innerlich immer eine Stimme die Ausweitung der Aktivitäten des Rechnungshofes. Wenn schon mehr Beamte eingestellt werden sollen, dann bitte dort!

(C.M.)

http://bundesrechnungshof.de/

http://bundesrechnungshof.de/veroeffentlichungen/bemerkungen-jahresberichte

Freiwilligenjahre zur Pflicht machen?

In Gesellschaft on 13. Februar 2009 at 12:38

Seit Jahren diskutieren unzählige Menschen über den Sinn oder Nicht-Sinn des Wehr- bzw. Ersatzdienstes. Nebenbei entwickelten sich viele Institutionen die jungen Menschen die Möglichkeit einräumen beispielsweise ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr zu absolvieren. Im Jahr 2008 wurde auch in den Medien die von der Bundesregierung unterstützte Aktion des Entwicklungsdienstes groß beworben.

Bei der kurzen Recherche ist mir aufgefallen, dass es immer wieder Vorstöße verschiedenster Gruppierungen gibt, die sich aus unterschiedlichsten Gründen für eine Pflicht zu einem sozialen oder ökologischen Dienst aussprechen. Die Resonanz auf diese Vorschläge fällt äußerst differenziert aus. Keine Pflicht für niemanden. Oder die Frauen mehr heranziehen, weil diese auch Gleichberechtigung fordern. Auch Stimmen, die anmahnen, dass es schon rein finanziell nicht tragbar wäre sind zu vernehmen.

Ich persönlich kenne mich in diesem Thema nicht sonderlich gut aus. Daher könnte meine Gedankenexperimente auch hahnebüchen sein. Schon aus eigenem Wissenstrieb würde ich gern wissen, ob diese Ideen von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Helft mir auf die Sprünge.

Ausgangssitutation:

Alle Personen wären demnach verpflichtet, ein Jahr sozialen, ökologischen oder anderweitigen Dienst abzuleisten. Die Arbeit würde entsprechend einer aufzustellenden Rechnung vergütet werden. Es müsste natürlich auch geschaut werden, dass diese Arbeiten nicht den regulären Arbeitsmarkt in den jeweiligen Bereichen ersetzt. Dazu erhalten die Personen Anrechnung des Jahres, auch was die Rentenkasse anbelangt. Darüber hinaus würde ein System erstellt werden müssen, dass „frische“ Absolventen einer Ausbildung während des Jahres Möglichkeiten haben ihr fachliches Wissen auf dem neusten Stand zu halten. Vielleicht in Form von Workshops, Seminaren oder Bildungsgutscheinen für XY.Vielleicht ist es gar möglich, berufsnahe Angebote zu etablieren. Jemand aus der Branche XY arbeitet für ein Projekt soundso. Somit würden dem Arbeitgebern und dem Arbeitnehmern nur geringfügig Nachteile entstehen.

Es steht außer Frage, dass die Finanzierung auf einem anderen Blatt Papier steht. Generell geht es in erster Linie um die Frage, ob wir, als Gesellschaft, nicht auf vielerlei Weise davon profitieren könnten. Jeder Einzelne, die Gemeinschaft, die Umwelt und die Erde womöglich auch. Oder ist es zu viel verlangt? Schließt unsere Definition von „Freiheit“ ein solches Projekt per se aus? Kann ein Satz wie: „In diesem Jahr würde ich arbeiten, also Steuern bezahlen, also genug für den Staat tun.“ überzeugen? Ich selbst bin unschlüssig und gar keiner klaren Meinung. Wer womöglich mehr zu diesem Thema beitragen kann, ist herzlich eingeladen uns teilhaben zu lassen.

(C.M.)